Remscheid: Teo Otto Theater erhält zweite Spielstätte

Kulturpolitik : Teo Otto Theater erhält zweite Spielstätte

Die Parteien haben sich darauf geeinigt, die Stelle der künstlerischen Leitung auf eine Dreiviertel-Stelle zu erweitern. Neben der Programmverantwortung sollen auch theaterpädagogische Aufgaben übernommen werden.

Die Stelle der künstlerischen Leitung des Teo Otto Theaters wird aufgewertet. Statt einer wie ursprünglich vorgesehenen halben Stelle wird die Arbeitszeit auf eine Dreiviertel-Stelle ausgeweitet. Darauf hat sich ein Bündnis aus CDU, SPD, Grünen, Die Linke und FDP geeinigt. Die Stelle soll möglichst zum 1. März besetzt werden. Der Antrag sieht vor, auch den Aufgabenbereich zu erweitern.

Der oder die neue Stelleninhaber/in ist nicht nur für die künstlerische Programmgestaltung zuständig. Sie soll auch auf dem Feld der Theaterpädagogik aktiv werden. Dabei steht im Mittelpunkt, ein Gesamtkonzept für das Teo Otto Theater sowie die Nutzung der Aula der Albert-Einstein-Schule zu entwerfen. Der gemeinsame Antrag für die Ratssitzung im Februar ist ein Kompromiss. Die CDU hatte in der letzten Sitzung des Kulturausschusses den Vorschlag unterbreitet, die künstlerische Theaterleitung als ganze Stelle auszuschreiben. Für diesen Antrag fand sie keine Zustimmung. Vor allem der Vorschlag der CDU, die Mehrkosten aus dem Theateretat zu finanzieren, stieß auf Ablehnung. Nun ist die Finanzierungsfrage geklärt. Die Mehrkosten werden gedeckt aus zwei Quellen: aus der Einsparung, die erzielt wurde, weil seit über einem Jahr die Theaterleitung nicht besetzt war. Und im „Rahmen der Gesamtdeckung“, wie es in dem Antrag heißt. Das bedeutet, der Kämmerer und Kulturdezernent hat noch Möglichkeiten im Haushalt gefunden, den Fehlbetrag auszugleichen.

Ob die Aula der Albert-Einstein-Gesamtschule sich als eine zweite Spielstätte des Teo Otto Theaters eignet, steht noch nicht fest. Die Verwaltung soll prüfen, in welchem Rahmen das zu leisten ist. Der Architekt Walter Arns hat beim Bau des früheren Leibniz-Gymnasiums in den 1970er-Jahren an der Brüderstraße mit der großzügigen Aula an den Standort des ersten Remscheider Stadttheaters erinnern wollen. Im Bombenhagel 1943 brannte es nieder. Nach und nach verlotterte die Aula. Sie musste 2016 geschlossen werden. Im Dezember des vergangenen Jahres war die Sanierung abgeschlossen. Nun steht dort eine neue Bühne mit Platz für 550 Besucher im bestuhlten Saal, inklusive der 144 Plätze in den sechs gepolsterten Reihen auf der Empore. Der Blick von oben fällt auf eine große Bühne. Es gibt zwei Regieräume, zwei längliche Künstlergarderoben, jeweils mit einem Sanitärbereich ausgestattet. Auch das Foyer eine Etage tiefer mit dem Haupteingang zur Brüderstraße erstrahlt in neuem Glanz.

Die neue Ausschreibung mit einem erhöhten Stundendeputat war nötig geworden, nachdem die ausgewählte Kandidatin für das Amt, Rebecca Egeling, kurz vor Arbeitsbeginn im Oktober einen Rückzieher gemacht hat. Sie hatte einen Vertrag für eine halbe Stelle unterschrieben.

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