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Remscheid: Teamplayerin mit Tatendrang

Engagement in Lüttringhausen : Teamplayerin mit Tatendrang

Ulla Wilberg setzt auf Kooperationen und möchte gut besuchte Veranstaltungen in Lüttringhausen bieten.

Ulla Wilberg ist voller Tatendrang. Die 66-jährige Remscheiderin übernahm nach dem überraschenden Tod von Volker Beckmann im September 2019 im Oktober den Vorsitz des „Kulturkreis.jetzt“, der im Heimatbund Lüttringhausen verankert ist. „Ich habe mich bereiterklärt, die Leitung des Kulturkreises zu übernehmen, damit angestoßene Projekte realisiert werden können und der Kulturkreis nicht auseinanderbricht“, sagt sie. Beim traditionellen Kottenbutteressen des Heimatbundes am kommenden Samstag, 11. Januar, wird sie die Arbeit des Kulturkreises vorstellen und um neue Mitglieder werben.

Denn Kulturarbeit lebt davon, dass sich Menschen beteiligen. „Kultur hat auch immer etwas mit Bildung zu tun und sollte jedem zugänglich sein. Örtliche Kulturarbeit, die teils mit öffentlichen Mitteln gefördert wird, ist ein Schlüssel zu Bildung und Toleranz. Sich offline zu bewegen, Spaß an Musik und Theater zu haben und nicht weit fahren zu müssen, machen den Kulturkreis so wichtig“, sagt sie im Gespräch mit der BM über die Herausforderungen. „Für die Stadt Remscheid und die Menschen ist die Kulturarbeit in Lüttringhausen ein Gewinn, da auf kurzen Wegen viel geboten wird“, fügt sie hinzu.

Erst vor einem Jahr, im Januar 2019, stellte ihr Vorgänger Volker Beckmann den neu aufgestellten Kulturkreis beim Kottenbutteressen vor. Seitdem gehört auch sie dem Kulturkreis an. Beckmann organisierte bis zu seinem Tod viele Veranstaltungen in Lüttringhausen, etwa die „GertenBuchstraße“, die „School’s out-Party“, das Latino-Festival auf der Heimatspielbühne anlässlich des 150. Jubiläums des Lüttringhauser Turnvereines oder auch das Bahnhofsfest.

„Er hatte den nach innen wirkenden Kulturkreis nach außen gekehrt und mit neuen Ideen belebt“, sagt Wilberg über Beckmann, der dabei vor allem auf Kooperationen mit anderen Initiativen oder Einrichtungen setzte, um mehr zu bewegen. Dieses Konzept will auch die neue Vorsitzende künftig verfolgen, um gut besuchte Veranstaltungen für alle Altersklassen auf die Beine stellen zu können. „Die Tür steht Interessierten offen“, betont sie.

Als Autorin und Vorleserin weiß sie, wie sehr der Erfolg von kulturellen Veranstaltungen vom Besuch der Menschen abhängt. Seit rund fünf Jahren ist sie als Vorleserin aktiv. Erstmals las sie in ihrer ehemaligen Grundschule, der Walther-Hartmann-Schule, anlässlich des bundesweiten Vorlesetages Kindern vor und ist seitdem Feuer und Flamme für diese Tätigkeit. In den vergangenen Jahren hat sie auf zahlreichen weiteren Events in Remscheid und Umgebung gelesen, unter anderem in der Denkerschmette oder bei der Awo Lennep-Lüttringhausen. Viele Auftritte bestritt sie gemeinsam mit Künstlerin Angela Heise, die vor Beckmann den Kulturkreis leitete. Auch an der Reihe „Remscheid liest“ nahm sie teil, brachte die Veranstaltung 2019 auch erstmals nach Lüttringhausen.

Bei der organisatorischen Arbeit im Kulturkreis kommt ihre Erfahrung als gelernte Verwaltungsangestellte bei der Stadt Remscheid sowie als Fremdsprachenkorrespondentin mit Auslandserfahrung zugute. Außerdem hat sie bereits als langjährige ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiterin in Verbänden oder in einer Partei zahlreiche Veranstaltungen geplant und umgesetzt.

Ulla Wilberg, die ihrer Heimatstadt auch einmal für einige Jahre den Rücken kehrte, sieht sich aber nicht als Einzelkämpferin. Eine gute Zusammenarbeit im Team sei entscheidend für den Erfolg. „Eine wichtige Rolle spielen die Sponsoren vor Ort, die finanzielle Mittel oder Räumlichkeiten zur Verfügung stellen“, ergänzt sie.

Für das erste Halbjahr 2020 stehen neben einer komprimierten Auflage der „GertenBuchstraße“ bereits weitere Veranstaltungen fest. Dazu zählen neben Konzerten das Format „Töttern“, das Plattkallen sowie die beliebten Karikaturen mit Dr. Manfred Diederichs.

Den Startschuss gibt übrigens eine Kooperation mit der Volksbühne Lüttringhausen. Dessen Vorsitzender Christian Wüster hat sein Stück „Renaissance und Anachronismus“ mit Schülern des Lüttringhauser Leibniz-Gymnasiums erarbeitet.