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Remscheid: Täter flüchten ohne Beute

Automatensprengung in Remscheid : Täter flüchten ohne Beute

Der Versuch, den Geldautomaten der Sparkasse auf dem Gelände des Edeka-Marktes am Hasten zu sprengen, misslang in der Nacht zu Freitag. Trotz des Einsatzes von Hubschrauber und Polizeihund fehlt bisher jede Spur von den Tätern.

Die Sprengung eines Geldautomaten auf dem Parkplatz des Edeka-Marktes an der Königstraße in Hasten ist fehlgeschlagen. Das ergaben die Ermittlungen am Tatort. Nach Mitteilung der Polizei erreichte die Wache gegen 3.30 Uhr ein Anruf. Zeugen hatten zwei Männer auf dem Gelände beobachtet, die sich an dem Gehäuse des Sparkassen-Automaten zu schaffen machten. Als kurze Zeit später die Polizei eintraf, waren die Täter bereits geflüchtet.

Die Polizei setzte einen Hubschrauber ein und machte sich mit einem Polizeihund auf die Suche. Wie ein Sprecher mitteilte, fehlt von den Tätern jede Spur. Der Sparkasse Remscheid fehlt kein Geld. Allerdings ist der Automat für die nächste Zeit nicht in Betrieb. Eine Sparkassensprecherin weist darauf hin, dass die Filiale Hasten keine 300 Meter von dem beschädigten Automaten entfernt sei. Vor einer Woche hatten Unbekannte versucht, einen Automaten an der Oststraße aufzubrechen. Ebenfalls vergeblich.

Nach Angaben der Polizei hat es in den vergangenen vier Jahren fünfmal einen Überfall auf einen Geldautomaten im Stadtgebiet gegeben. Einer im Jahr 2016, zwei im Jahr 2017 und zwei in diesem Jahr. Immer in der Nacht zwischen ein Uhr und vier Uhr fanden die Überfälle statt. Die Vorgehensweise der Täter sei aber unterschiedlich.

 Die Sicherheitsbehörden kämpften vor drei Jahren gegen einige in Verdacht stehende Banden, die immer wieder Bankautomaten in NRW sprengten. Ein Überfall in Remscheid am 2. August 2017 an der Kölner Straße geht vermutlich auf das Konto dieser Gruppe. Die Überfälle liefen immer nach dem gleichen Muster ab. Die Täter arbeiten mit hoher Geschwindigkeit und gelten als gut vorbereitet. So überlassen die Täter, die zumeist niederländische Staatsbürger marokkanischer Abstammung sein sollen, nichts dem Zufall. Von der Auswahl des Tatorts über die Planung der Fluchtroute bis hin zur Beschaffung der Fahrzeuge – alle Eventualitäten werden nach Überzeugung der Fahnder von den Bandenmitgliedern abgewogen. Nur jeder zweite Überfall ist nach Ermittlungen der Polizei erfolgreich. Das häufige Scheitern sei unter anderem auf die Präventionsmaßnahmen der Banken zurückzuführen.

Die Polizei geht nicht davon aus, dass der Überfall am Freitag in Hasten von einer dieser Banden ausgeführt wurde. Ob jemals einer dieser fünf Überfälle der vergangenen Jahre aufgeklärt wurde, darüber konnte die Polizei keine Auskunft geben. Auch in der Nachbarschaft gab es in diesem Jahr mehrere Versuche, einen Bankautomaten aufzubrechen. Zu Pfingsten in Dahlerau, in Hückeswagen am 13. Juni und 5. Oktober. Drei Versuche ohne Erfolg. Bei der Sprengung eines Automaten in Wermelskirchen am 11. November flüchteten die Täter mit der Beute. Der Automat der Deutschen Bank in Solingen-Wald ist innerhalb von drei Jahren dreimal überfallen worden.

Der Hinweis auf den Überfall auf den Bankautomaten in Hasten kam von Anwohnern. Doch die Polizei sucht weitere Zeugen, die etwas zum Tathergang oder zu den flüchtigen Tätern sagen können. Wer Hinweise geben kann, erreicht die Polizei unter der Rufnummer 02 02 / 284-0.