Remscheid: Tänzer auf Titeljagd

Remscheider Erfolgsgeschichte : Tänzer auf Titeljagd

Seit Jahren schreiben die Hip-Hop-Formationen des Remscheider Tanzzentrums Erfolgsgeschichten. Die Gruppe „Liquid Toxim“ sticht dabei hervor. Am Samstag startet sie beim European Masters of Dance in Ratingen.

Die Hip-Hop-Formationen des Remscheider Tanzzentrums räumen seit fünf Jahren unermüdlich Preise ab. Allen voran die Gruppe „Liquid Toxim“, die sich nicht nur deutschlandweit einen Namen gemacht hat, sondern sich auch auf internationalem Parkett bewegt, feiert weiterhin beeindruckende Erfolge. Kürzlich krönte sich die Gruppe mit ihrer neuen Show zum Europameister. Am Samstag, 8. Juni, geht es weiter zu den European Masters of Dance.

Es sind solche Geschichten, wie die des Remscheider Tanzzentrums und dessen Gründer Tilim Selva, von denen Hollywood lebt: Moderne Märchen, die aus einer Leidenschaft heraus entstehen, Träume, die sich mit viel Hingabe und Schweiß in Erfolge verwandeln. So wie bei „Liquid Toxim“.

Aus dem Nichts heraus formte Tänzer Tilim Selva aus einigen Bekannten eine Gruppe. Sie gaben sich den Namen „Liquid Toxim“. Aus ihnen wurden später Freunde. Heute, sagen sie selbst, „sind wir eine große Familie.“ Dass sie irgendwann soweit kommen und so erfolgreich sein würden, nur wenige hätten es ihnen zugetraut. Nicht wegen ihrer tänzerischen Qualität, denn die – das deutete sich schon im frühen Stadium an – war schon außergewöhnlich hoch. Doch dass eine junge Gruppe über Jahre hinweg den Ehrgeiz aufrechterhalten und sich durchbeißen würde, war eher zu bezweifeln. Zu flüchtig sind dafür in der Regel jugendliche Ambitionen.

Die Auftritte der Formation, auf Stadtfesten im Allee-Center oder bei privaten Feiern, brachten ihnen Aufmerksamkeit. Neue Interessenten strömten zu Selva, die auch von ihm unterrichtet werden wollten. So wurden aus der einen Gruppe zwei, später drei. 2014 eröffnete Selva schließlich sein erstes Tanzzentrum an der Hindenburgstraße. Das Training lief, die Formationen fuhren regelmäßig zu Turnieren und heimsten beständig gute Platzierungen ein.

Einer ihrer größeren Höhepunkte war die Teilnahme an der UDO-Weltmeisterschaft (United Dance Organisation) in Schottland. „Ohne Sponsoren und aus eigener Tasche solche Fahrten zu finanzieren, ist eine echte Herausforderung, die wir nicht jedes Jahr stemmen können“, sagt Selva. Doch auch hier überragte die Motivation und Leidenschaft. Alle schmissen zusammen und reisten zum Wettkampf nach Glasgow. Am Ende reichte es für einen vierten Platz unter den zehn besten Teams aus aller Welt. Im vergangenen Herbst folgte der Umzug des Tanzzentrums in die Alleestraße 17-19. „Dreimal so groß und mindestens dreimal schöner als vorher“, schwärmt Selva über die neue Erfolgsschmiede, in der nun der Nachwuchs aufgebaut wird: Zwei Junioren Teams (zwölf bis 14 und 15 bis 18 Jahre) und eine Kids-Formation (neun bis elf Jahre) trainieren hier regelmäßig und eifern ihren Vorbildern der Gruppe „Liquid Toxim“ nach, die sich im Laufe der Jahre umstrukturiert hat.

„Aus der alten Besetzung sind noch zwei geblieben. Aktuell bestehen wir aus zehn Tänzern, die jüngste, Phoebe Rubin, ist 14 Jahre alt und kommt aus Weeze zu uns“, erzählt Selva. Der Europameistertitel ist in diesem Jahr bislang der Höhepunkt der Remscheider Erfolgsserie, die mit einem Westdeutschen-Vizemeister-Titel startete. Ihm schlossen sich der Norddeutsche Meistertitel und auch eine Deutsche Vizemeisterschaft an.

Am Samstag in Ratingen messen sie sich erneut mit den besten europäischen Teams. „Danach wollen wir aber wieder eine Pause machen, um uns zu besinnen, Kraft zu tanken und in der nächsten Saison mit einer neuen Show durchzustarten.“

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