Nach gescheiterter Kutschaty-Nachfolge Sven Wolf (SPD) muss sich neu orientieren

Meinung | Remscheid · Düsseldorf ist kein gutes Pflaster für ihn. Der Weg von Sven Wolf ist nach der Wahlniederlage um den Vorsitz der SPD-Landtagsfraktion ungewiss.

 Sven Wolf hatte zwei Mitbewerber um die Kutschaty-Nachfolge als SPD-Fraktionsvorsitzender.

Sven Wolf hatte zwei Mitbewerber um die Kutschaty-Nachfolge als SPD-Fraktionsvorsitzender.

Foto: dpa/Henning Kaiser

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt – ob Sven Wolf dieses Sprichwort durch den Kopf ging, als er als erstes Mitglied der SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag seinen Hut für die Neuwahl der Fraktionsspitze in den Ring warf, ist nicht überliefert.

Fest steht: Von den am Ende drei Landespolitikern, die am Dienstag zur Wahl standen, erhielt der Remscheider die wenigsten Stimmen. Die nächste bittere Pille nach der verlorenen Landtagswahl von 2022, bei der Wolf den Wahlkreis erneut nicht direkt erobern konnte und seinem CDU-Kontrahenten Jens Nettekoven den Vortritt lassen musste. Zwar zog Wolf wieder über die Landesliste in den Landtag ein. Sein Gewicht innerhalb der Fraktion aber dürfte nach der Wahlschlappe der SPD von 2022 mit dem Spitzenkandidaten Thomas Kutschaty und der Wahl von dieser Woche geschwunden sein. Unter Kutschatys Ägide war Wolf noch einer der Stellvertreter.

Sven Wolf zählt zusammen mit Sven Wiertz zu den großen Talenten, die in der Amtszeit von Fraktionschef Hans-Peter Meinecke in der Remscheider SPD gezielt gefördert wurden. Wiertz zog mit dem überraschenden Sieg von Beate Wilding gegen den CDU-Aktivposten Fred Schulz im OB-Wahlkampf 2004 als Wildings Vertrauter ins Rathaus ein. Seitdem ist dieser Machtbereich im zweiten Stock fest in SPD-Hand. Die CDU kam danach nur mit Jochen Siegfried in die Nähe einer Machtübernahme. Sven Wiertz ist mittlerweile Kämmerer, Stadtdirektor und auch für die Kultur zuständig. Die Wahlbroschüren der SPD tragen seine Handschrift.

Auch Sven Wolf hat sich mal für das Oberbürgermeister-Amt beworben, wurde aber von der eigenen Partei ausgebremst. Ortsvereine brachten 2014 den damaligen Sozialdezernenten Burkhard Mast-Weisz als Wilding-Nachfolger ins Spiel. Der Wuppertaler setzte sich in einer Wahl vor der Wahl gegen Wolf durch – und wurde danach zwei Mal zum OB gewählt.

Sven Wolf hat sich nach dem Zweikampf mit Mast-Weisz auf seine Karriere in Düsseldorf konzentriert. Regelmäßig gab es Gerüchte, dass der gelernte Anwalt für Insolvenzrecht NRW-Justizminister werden könnte. Danach sieht es aktuell nicht mehr aus.

Lange hatte man den Eindruck, dass Düsseldorf Sven Wolf näher liegt als Remscheid. Man darf gespannt sein, ob sich das nach der Wahl vom Dienstag nun ändert.

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