Remscheid sucht Geldgeber für Haus Cleff

Historisches Zentrum Remscheid : Auf der Suche nach Geldgebern

Inzwischen stehen für die Sanierung des Hauses Cleff 2,6 Millionen Euro zur Verfügung. Um das Historische Zentrum zu einem modernen Museum umzubauen, fehlen noch zehn Millionen Euro. Der Bund muss noch überzeugt werden.

Den Besuch der Landeskonservatorin Dr. Andrea Pufke vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) im Historischen Zentrum in Hasten wertet Kulturdezernent Sven Wiertz als ein hoffnungsvolles Zeichen, dass sich die Zahl der Förderer für die neue Ausrichtung des Ensembles bald klarer abzeichnen wird. „Wir haben gute Signale bekommen“, sagt Wiertz. Die Landeskonservatorin arbeitet zur Zeit an einem Gutachten über die Bedeutung des Hauses Cleff. Diese Expertise ist für die Stadt wichtig bei Gesprächen mit weiteren Geldgebern. Denn es muss gelingen, auf lange Sicht den Bund als Förderer zu gewinnen. Dafür muss die Stadt  ein überzeugendes Konzept vorlegen, das den Anspruch des  Hauses Cleff als ein Museum „von nationaler Bedeutung“ nachhaltig untermauert. Ein Baustein dafür ist das Gutachten des LVR.

Inzwischen kann die Stadt über eine Summe von 2,7 Millionen Euro verfügen. 2,1 Millionen stammen aus städtischen Mitteln und Rückstellungen, 500.000 Euro vom Bund und rund 100.000 Euro von der Deutschen Stiftung Denkmalpflege. „Wir sind aber in weiteren Gesprächen mit der Bezirksregierung“, sagt Wiertz.   Um die gesamten Pläne umzusetzen, bedarf es einer  Investition von 12,6 Millionen Euro. Es fehlen noch zehn Millionen Euro. 

Die Bauweise des Patrizierhauses aus dem Rokoko (um 1776) ist für die Region einzigartig. Darüber besteht bei den Experten kein Zweifel. „Das Haus ist schon ein Kunstwerk an sich“, sagt Wiertz. Es sei das großbürgerliche Pendant zum Schloss Benrath in Düsseldorf. Mit diesem Vergleich werben auch die drei bergischen Bundestagsabgeordneten Jürgen Hardt (CDU), Manfredt Todtenhausen (FDP) und Helge Lindh (SPD)  in Berlin für die Remscheider Pläne.  

Inzwischen hat die Stadt ein neues Architekturbüro gefunden, nachdem die bisherigen Architekten zum Ende des vorigen Jahres ausgeschieden sind. Ein Team des Düsseldorfer Büros Bernhard Bramlage betreut die künftigen Arbeiten. Nach der Entkernung des Hauses geht es im nächsten Jahr um die Sanierung der Außenfassade. Eine aufwendige Arbeit. Alle Fenster, Holzwerke und Türen müssen angepackt werden. Die Denkmalschützer rechnen mit einer Sanierungsphase bis Ende 2020. An der Konzeption für die künftige Nutzung wird weiter getüftelt. „Die Nutzung muss sich nach dem Denkmal richten und nicht das Denkmal nach der Nutzung“, sagt Wiertz. Ob ein Café und Veranstaltungsraum in der ersten Etage eingebaut werden, wie es bisher vorgeschlagen wurde, ist damit weiter offen.

Die neuen Architekten beschäftigen sich nicht nur mit dem Haus Cleff. Im Blick haben sie auch die Gesamtkonzeption für das historische Ensemble.  Ein gemeinsamer Eingangsbereich soll beide Häuser verbinden. Zunächst gilt es aber, die Dauerausstellung im Werkzeugmuseum zu modernisieren. „An vielen Stellen entspricht sie nicht mehr den Anforderungen an ein modernes Museum“, sagt Wiertz. An mehr digitale Kommunikation ist gedacht. Die Ausstellung soll auch den Stand der Werkzeug-Technik in die Gegenwart deutlicher mit berücksichtigen.

Laut Wiertz führt die Stadt inzwischen auch Verhandlungen mit den Eigentümern des Gebäudes gegenüber dem Historischen Zentrum, auf der anderen Seite der Hastener Straße. In dem mehrgeschossigen Bau lebt seit Jahren kein Mensch mehr. Die Substanz verfällt. Die Stadt will es kaufen und abreißen. Es verstellt den herrschaftlichen Blick ins Weite. Die charakteristische Atmosphäre soll wiederhergestellt werden. Es sei aber kompliziert, die Eigentumsverhältnisse zu ermitteln.

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