Remscheid: Streit um Freizeitpark Kräwi

Remscheid: Streit um Freizeitpark Kräwi

Nachdem die Pächter der Anlage an der Wuppertalsperre per Zwangsvollstreckung vor die Tür gesetzt wurden, ist der Konflikt noch nicht beendet: Die Landauers wollen von der Stadt Remscheid eine Entschädigung.

Anders als von der Stadt Remscheid dargestellt ist der Streit um die Freizeitanlage Kräwinkler Brücke aus Sicht der bisherigen Pächter, Ute und Peter Landauer, noch nicht abgeschlossen: Ein weiterer Gerichtstermin ist für November anberaumt. Ute Landauer ist wütend: "Man versucht hier wirklich, uns über den Tisch zu ziehen", sagt sie im BM-Gespräch.

Seit Jahren gibt es zwischen beiden Parteien Unstimmigkeiten, die sich zuspitzten, als im Jahr 2006 die Höhe der Pacht neu ausgehandelt werden musste. Den Landauers wurden bis dahin 1717 Euro pro Monat angerechnet. "Viel zu hoch", sagt Ute Landauer und verweist auf das Saison-Geschäft. "Im Winter 1700 Euro aufzubringen, ist verdammt hart."

Als ihr die Stadt nicht entgegengekommen sei, habe sie die Zahlungen eingestellt. Daraufhin leitete die Stadt Remscheid ein Gerichtsverfahren ein, an dessen Ende eine Zwangsvollstreckung stand: Die Landauers mussten das Gelände räumen.

Es geht um viel Geld

Trotzdem sind die Auseinandersetzungen noch nicht abgeschlossen, wie auch Bernd Fiedler vom Remscheider Sportamt bestätigt. Es geht um Geld – womöglich um einen sechsstelligen Betrag, wie die Landauers betonen. Denn in einem gerichtlichen Vergleich wurde festgelegt, dass die Pächter für ihre Eigenleistungen entschädigt werden müssen.

Die Landauers hatten vor fast 15 Jahren, als der Freizeitpark entstand, auf dem Gelände Kanäle sowie Gas- und Wasseranschlüsse verlegen und Gebäude auf eigene Kosten errichten lassen. Das alles wollen sie der Stadt nicht einfach schenken. Daher stehen nun zwei Gutachten aus: eines, das Auskunft über eine angemessene Pacht geben soll, ein anderes, das den Wert der Gebäude festlegt.

Dumm nur: So lange kein Gutachten vorliegt, erhalten die Lan-dauers auch keine Entschädigung, die sie laut gerichtlichem Vergleich eigentlich längst hätten bekommen sollen. Dabei werfen beide Parteien einander eine Blockadehaltung vor. Immerhin: In dieser Woche soll ein Gutachter über die angemessene Höhe der Pacht befinden. Das Thema wird morgen auch den Hauptausschuss beschäftigen. Die Stadt Remscheid hat vor, die Rechte an der Freizeitanlage an eine gemeinnützige GmbH zu vergeben und diese in Kooperation mit den Anliegerstädten intensiver zu nutzen.

(RP)