1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Remscheid: Startschuss für ein schnelles Netz

Bauarbeiten in Remscheid : Startschuss für ein schnelles Netz

Bis zum August 2022 sollen alle weißen Flecken in der Stadt beseitigt sein. Vorrangig werden die Schulen mit Glasfaseranschlüssen versorgt. 6300 Hausbesitzer bekommen in den nächsten Tagen Post.

Bis Südtirol würden die Kabel reichen, die in den nächsten zweieinhalb Jahren in Remscheid für den Breitbandausbau in der Erde verlegt werden. Am Montag gab es den Startschuss an der Hackenberger Straße / Ecke Albert-Einstein-Straße für dieses Millionenprojekt.

Die Telekom hat den Auftrag, die Anschlüsse zu legen, nach einem aufwändigen Ausschreibungsverfahren erhalten. „Die Corona-Krise hat uns allen gezeigt, wie wichtig es ist, eine gute Internetverbindung zu haben“, sagte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz am Montag. Die Investitionen in die digitale Infrastruktur seien ein wichtiger Schritt für den Wirtschaftsstandort Remscheid. Viele Firmen kommunizieren über das Internet mit ihren Kunden und Partnern auf der ganzen Welt. Das werde in Zukunft besser funktionieren.

Neben etwa 700 Firmen schließen die Mitarbeiter der Telekom alle Schulen und 6300 Haushalte an das Glasfasernetz an. Eine koordinatorische Herausforderung. In sechs Clustern sollen bis August 2022 die Anschlüsse gelegt sein. Schulen haben zunächst Priorität. Wie Christian Marré, Breitbandkoordinator der Stadt, erklärte, passieren die Arbeiten parallel und zeitversetzt. Es gibt eine Karte mit sogenannten weißen Flecken. Sie markieren jene Gebiete der Stadt, die über kein Netz oder ein sehr instabiles Netz verfügen.

Eine weitere Karte zeigt, dass die meisten Schulgebäude in den Zentren der Stadtteile liegen. Bei der Ausschreibung für den Breitbandausbau kamen die Schulen erst in einem zweiten Schritt hinzu. Bis zum Schluss mussten noch Feinarbeiten erledigt werden.

 In Remscheid gibt es 35 Schulen an 43 Standorten. Der Bedarf an digitalem Anschluss berechnet sich wie folgt: Jede Klasse bekommt einen Anschluss. Die Schulverwaltung erhält einen eigenen Zugang. Im Paket Schule stecken auch andere Bildungseinrichtungen. Zum Beispiel die Akademie auf Küppelstein und die Natur-Schule Grund gehören dazu. Auch alle Kindertagesstätten stehen auf dem Plan.

Zuerst sollen die größeren Schulen ans Netz, sagt Hans-Joachim Sauer, Projektleiter der Telekom. Aber auch die Akademie Remscheid in Küppelstein wird vorrangig behandelt. Sie ist dringend auf eine bessere Leitung angewiesen, um weiterhin ihre Kursangebote im Digitalbereich aufrechtzuerhalten. Ende des Jahres sollen alle Schulen am Netz sein, hofft Sauer.

Die Stadt verschickt in diesen Tagen gemeinsam mit der Telekom Post an die Hauseigentümer. In dem Schreiben erklärt sie den Hausbesitzern das Verfahren und bittet um Erlaubnis, das neue Kabel bis ins Haus zu legen. Dieses Angebot ist kostenlos. Sauer macht darauf aufmerksam, dass die Einwilligung nicht bedeutet, einen Vertrag mit der Telekom abzuschließen. Wer sich aber erst in drei Jahren zu einem Anschluss entscheidet, muss die Arbeiten später auf eigene Kosten beauftragen. Sie liegen zurzeit bei 800 Euro für einen Anschluss, sagt Sauer.

Stefan Mysliwitz, Regionalmanager bei der Telekom, rechnet mit hohen Rückläufen. Der Erfahrungswert liegt bisher bei 78 Prozent. Die Coronakrise habe aber noch mal unterstrichen, wie wichtig ein gutes Internet für die Kommunikation sei.

Der Ausbau findet in enger Abstimmung zwischen den Technischen Betrieben Remscheid, der EWR und der Telekom statt. Es soll verhindert werden, dass ein Bürgersteig innerhalb kurzer Zeit zweimal aufgerissen wird.