Fehlender Schulraum in Remscheid Raumnot – Stadt setzt auf Schulbaugesellschaft

Remscheid · Immer mehr Kinder werden an Remscheids Schulen angemeldet. Die Verwaltungsspitze weist Vorwürfe der Eltern zurück, den nötigen Ausbau der Schulstandorte zu langsam und mit falscher Priorität voranzutreiben.

 Eingangsbereich der Albert-Einstein-Gesamtschule.

Eingangsbereich der Albert-Einstein-Gesamtschule.

Foto: Röser, Henning/Henning Röser

Endlich klare Antworten“ haben vor einigen Tagen die in der Stadtschulpflegschaft organisierten Eltern von Schülern in Remscheid in einem offenen Brief von der Stadtspitze gefordert. Es geht unter anderem um die Fragen, was die Stadt in welchem Tempo gegen die wachsende Raumnot an Schulen unternehmen will und wie sie mehr Betreuungsplätze im Offenen Ganztag an den Grundschulen schaffen will.

Auslöser dafür, dass die Elternvertreter aktiv wurden, waren Medienberichte, in denen sich die Stadtspitze zu der hohen Zahl von Eltern äußerte, die im kommenden Schuljahr keinen Betreuungsplatz für ihr Kind an der Grundschule erhalten haben. Der Wille, etwas an dieser Notlage zu verändern, sei nicht erkennbar gewesen, heißt es in dem Brief.

Vorwürfe, die die Stadt so nicht auf sich sitzen lassen will. Remscheid stehe beim OGS-Platzangebot nicht schlechter da als andere Gemeinden, mit einer Quote von 58 Prozent liege man noch im oberen Drittel in NRW, heißt es in einer am Dienstag versandten Stellungnahme. Allerdings werde es bei steigenden Schülerzahlen immer schwieriger, im Bestand Platz für die Kinder zu schaffen. Mittlerweile sei dies meist nur mit Anbauten oder der Anmietungen von Containern möglich. Erschwert werde der nötige Ausbau durch Personalengpässe. Mit der Gründung einer Schulbaugesellschaft will die Stadt gegensteuern.

Die Stadt weist den Vorwurf der Eltern zurück, dass sie sich bevorzugt um den Ausbau an den Gymnasien kümmere, die Grundschulen dagegen zum Teil in der Warteschleife belasse, obwohl hier ab 2026 ein Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz bestehe. Auch durch den Beschluss des Landtags, zum Abitur nach neun Jahren (G9) zurückzukehren, sei „eine rechtliche Verpflichtung“ entstanden. Da dieser Beschluss deutlich früher fiel, werde bereits länger daran gearbeitet. „Hieraus erklärt sich auch der unterschiedliche Projektstand.“ Beide Themen würden vorangetrieben. Dass es für die drei Gesamtschulen im Stadtgebiet bislang noch keine Erweiterungspläne gebe, liege daran, dass in nder Schulentwicklungsplanung von 201z „keine erheblichen Raumbedarfe“ ermittelt worden waren. Aktuell wird die Situation in einer Fortschreibung neu bewertet.

Auf die Frage der Elternvertreter, wann an welcher Schule mit der Umsetzung der versprochenen „Zwischenlösungen“ zu rechen ist, verweist die Stadtspitze auf die Anmeldezahlen zum neuen Schuljahr. Dort, wo wegen hoher Anmeldezahlen sogenannte Mehrklassen gebildet werden müssen (etwa am Stadtpark oder in Reinshagen), seien konkrete Schritte etwa mit der Bestellung von Modulbauten auf den Weg gebracht worden. In den kommenden Wochen sollen nun auf der Basis neuer Anmeldezahlen weitere Schulstandorte für das Schuljahr 2025/26 identifiziert werden, sagte Bildungsdezernent Thomas Neuhaus (Grüne) auf Nachfrage der Redaktion.

 Vertreter der Stadtschulplegschaft bei einem Besuch in der BM-Redaktion.  Foto:  Henning Röser

Vertreter der Stadtschulplegschaft bei einem Besuch in der BM-Redaktion. Foto: Henning Röser

Foto: Röser, Henning/Henning Röser

Ob sich alle nötigen Bau- und Erweiterungsvorhaben auch schnell umsetzen lassen, liege nicht allein in der Hand der Stadt, heißt es weiter. „Da sämtliche Kommunen mit der Aufgabe des OGS und des Schulausbaus befasst sind und parallel öffentliche Aufträge für Planungen, die Erstellung von Gebäuden und ihrer Einrichtung auf dem Markt nachfragen, bleibt abzuwarten, ob der Markt diese Bedarfe vollständig decken kann.“

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