Remscheid: Stadt vermarktet viele Brachflächen

Schwerpunkt Politik: Stadt vermarktet viele Brachflächen

In 2018 wechselten 20 Hektar Bauland den Besitzer, sagt die Stadt. Der Bedarf für neue Gewerbeflächen bleibe groß.

Im vergangenen Jahr sind im Stadtgebiet insgesamt 20 Hektar an Brachflächen vermarktet worden. „Das ist enorm viel“, sagte Baudezernent Peter Heinze am Donnerstagabend in der Ratssitzung. 29 Hektar habe die Stadt zu Beginn des Jahres 2018 in den Büchern gehabt. Mehr als zwei Drittel also wechselten den Besitzer.

Als Beispiel für die daraus resultierenden Projekte nannte er die neue Bebauung des Geländes der Tankstelle Dattner an der Neuenkamper Straße oder das jüngst gestartete Neubauprojekt des Berufsbildungszentrums der Metall- und Elektroindustrie (BZI) auf dem Gelände einer früheren Werkzeugfabrik an der Wüstenhagener Straße . „Es ist eine große Nachfrage da“, sagte Heinze.

Voraussetzung dafür, dass die Stadt Interessenten diese Flächen anbieten könne, sei, dass die Besitzer sie der Verwaltung melden, sagte der Baudezernent auf Nachfrage von David Schichel (Grüne). Dann kommen sie ins Portfolio der Wirtschaftsförderung.

Groß sei aber auch die Nachfrage vor allem der heimischen Wirtschaft nach neuen Gewerbeflächen. Insgesamt habe es in den beiden Jahren 2017 und 2018 Anfragen in einer Gesamtdimension von mehr als 50 Hektar bei der Stadt gegeben, darunter auch konkrete Anfragen für die geplanten Gewerbegebiete an der Borner Straße (Erdbeerfelder) und im Gleisdreieck bei Bergisch Born.

Auf diese beiden Projekte bezog sich auch eine Einwohnerfrage in der Ratssitzung, in der unter anderem um eine Wirtschaftlichkeitsprognose gebeten wurde. Angesichts „der vielen Unwägbarkeiten und Unsicherheiten“ in dieser frühen Planungsphase sei die Ergebnisspanne bei der Prognose noch sehr breit, sagte Heinze. Das aktuelle Best-Case-Szenario sieht einen Gewinn von sechs Millionen Euro vor, auf der anderen Seite steht im schlechtesten Fall (Worst Case) ein Verlust von zehn Millionen Euro. Eine Prognose über mögliche neue Arbeitsplätze sei zum aktuellen Zeitpunkt „nicht belastbar möglich“. Die Stadt werde bei der Vermarktung ein „besonderes Augenmerk auf eine hohe Arbeitsplatzkennziffer der interessierten Unternehmen im Verhältnis zur Grundstücksgröße“ legen. „Flächenverbrauchende Nutzungen mit geringem Arbeitsmarkteffekt“ wie etwa Speditionen sollen bei der Vermarktung ausgeklammert werden.

Für 2023 /2024 peilt die Stadt den Baustart im Gleisdreieck an. Gefunden werden muss bis dahin eine Regelung für den Umgang mit dem Thema Gewerbesteuer. Die drei im Gleisdreieck kooperierenden Städte Hückeswagen (470), Wermelskirchen (444) und Remscheid (490) haben aktuell unterschiedliche Hebesätze.