1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Remscheid:Stadt soll in Allee investieren

Stadtentwicklung in Remscheid : Experte spricht sich für Investition in Allee aus

Der Immobilienfachmann Edgar Neufeld spricht sich für den Abbau der Pavillons und die Öffnung der unteren Allee für den Autoverkehr aus.

Stadt und Politik müssen sich aktiver in die Geschicke der Alleestraße einbringen, um die geschwächte Einkaufsmeile wieder nach vorne zu bringen. Die Selbstheilungskräfte der Allee reichten im mittleren und unteren Teil nicht mehr aus, um die Probleme zu bewältigen. Diese These vertrat Immobilienexperte Edgar Neufeld am Montag bei der Mitgliederversammlung der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Alleestraße.

Am Beispiel Bochum zeigte Neufeld auf, wie die Stadt durch Ankauf und Entwicklung von Schlüsselimmobilien aktiv mitwirke am Revitalisierungsprozess. Ein Handlungsfeld könnte in Remscheid der Abbau der Pavillons auf der Alleestraße sein. In einem Konzept für die Allee, das er vor exakt einem Jahr im Auftrag der ISG erstellt hat, hatte Neufeld die Gastro-Würfel bereits als ein zentrales Problem benannt. Sie unterbrechen die Wahrnehmung der Einkaufsmeile, sorgten zudem dafür, dass die Immobilien in ihrem „Flugschatten“ für die Besitzer nicht mehr zu vermarkten sind. „Möchten Sie, dass sich dieses Bild einprägt?“, fragte Neufeld und zeigte ein Foto des mittleren Pavillons, der mitsamt Banden und Stühlen wie ein Tanker die Allee in Höhe Woolworth beherrscht.

  • Remscheid : Baudezernent lobt Allee-Gutachter
  • Ansichtssache : Der Alleestraße tut jede Abwechslung gut
  • Ralf Wieber : "Auf der Allee ist Einiges in Bewegung geraten"

Die Pavillons sind im Besitz der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Gewag. Bei einem längeren Gespräch mit deren Geschäftsführer Hans-Jürgen Behrendt habe er die Bereitschaft erkannt, das Thema anzugehen. Der Abriss müsse dafür aber eingebettet sein in ein schlüssiges Konzept für die Allee.

In Neufelds Konzept soll die mittlere Allee unter dem Stichwort Theater-Viertel ein Treffpunkt mit einem „Tötter-Platz“ werden, gesäumt von kleinen Geschäften, Kaffees und Gastronomie.

Auch für den unteren Bereich sieht er nicht mehr die Ansiedlung größerer Einzelhandlungsnutzungen vor. Vor allem im nördlichen Bereich sei die Gebäudestruktur dafür nicht vorhanden. Auf der anderen, nach Köln gewandten Seite der Allee sei mehr machbar. So sieht Neufeld im Bereich der Allee-Arkaden die einzige Möglichkeit, einen Supermarkt anzusiedeln. Allerdings müssten dafür Flächen erweitert, im Bereich zur Blumenstraße zudem ausreichend Parkplätze angeboten werden. Eine Öffnung der unteren Alleestraße für den Autoverkehr könne Impulse bringen und würde andere kommerzielle Nutzungen erleichtern.

ISG-Geschäftsführer Ralf Wieber regte an, der offenen Allee in einer langen Testphase bis zu den Kommunalwahlen im Herbst 2020 einen Probelauf zu ermöglichen

Zustimmendes Kopfnicken aus der Runde bekam Neufeld für seine Aussagen zur geplanten Millioneninvestition in den Umbau des Ebert-Platzes. Für die Alleestraße werde dieser Umbau keinerlei positive Effekte haben, sagte er.

Neufelds Vortrag vor einem Jahr hatte Diskussionen unter anderem in der Politik ausgelöst. Mit dem Abstand von zwölf Monaten stellte der Experte bei seiner Rückkehr nach Remscheid nun aber fest: „Seit einem Jahr ist nicht viel passiert.“