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Remscheid: Stadt reagiert auf Einbruchswelle an Schulen

Diebe in Remscheider Schulen : Stadt reagiert auf Einbruchswelle

21 Einbrüche verzeichnete die Polizei seit Mitte 2019 in Remscheider Schulen. „Wenn man es auf die letzten fünf Jahre sieht, ist die Steigerung nicht signifikant“, relativiert der städtische Gebäudemanager Thomas Judt. In der öffentlichen Wahrnehmung ist das anders angekommen.

Gerade in den vergangenen drei Monaten drangen Unbekannte zehnmal in Schulen ein. Die „Einbruchswelle“, von der auch andere Institutionen, gerade in Lennep betroffen waren, beschäftigt nun gleichermaßen Polizei, Verwaltung und Politik.

Für den Schulausschuss hatte die Stadt eine CDU-Anfrage beantwortet, in der sie deutlich machte, dass dem Thema Diebstahl und Vandalismus in einem ersten Schritt mit einer Arbeitsgruppe begegnet werden soll, bei der Kripo, Staatsschutz, Kommunaler Ordnungsdienst, Gebäudemanagement, Rechtsamt, Schulverwaltung und Schulvertreter ein Konzept erstellen, um Einbrüche zu erschweren.

Thomas Judt spricht davon, dass es Lösungsansätze gibt: „Die möchte ich ungern in der Zeitung lesen, um potenziellen Einbrechern nicht Hinweise zu geben, sonst verpufft der Effekt.“ Mehr Sicherheit soll es im materiellen Bereich geben mit einem Dienstleister im Hintergrund. Die Stadt wird dafür mehr Geld in die Hand nehmen. Eine Überwachung, wie nach dem anhaltenden Vandalismus in dem P&R-Haus am Hauptbahnhof, wird es in den 40 zum Teil sehr weitläufigen Schulkomplexen dieser Stadt nicht geben. „Man kann nicht jede Ecke sichern“, bedauert Thomas Judt. Bewegungsmelder mit LED-Lampen wären eine Möglichkeit. Vorteil: „Die kosten heute nicht mehr so viel.“ Ausgewählte Schulen werden heute schon von einem Wach- und Sicherheitsdienst angefahren. Bei allen geht das nicht. Auch gibt es hier und da Alarmanlagen, aufgeschaltet auf Sicherheitsdienste.

Der Hüter der städtischen Immobilien bittet jedoch, finanziell Vernunft walten zu lassen. „Denn das Aufrüsten in die Einbruchsicherheit von Schulen ist eine Frage der Wirtschaftlichkeit.“ Die Reparaturen nach Zerstörungen in Schulen liegen jährlich im mittleren fünfstelligen Bereich, erklärt Judt. Hohe Investitionen in die Sicherheit könnten deutlich teurer kommen. „Wir müssen den Teufel ja nicht mit dem Beelzebub austreiben“, findet Judt.

Die Hilda-Heinemann in Hackenberg ist eine Schule, die vor kurzem betroffen war. Am 13. Juli zerdepperten Unbekannte drei Scheiben an dem Nebengebäude, um ins Innere zu gelangen. Drinnen zerstörten sie Innentüren. Die Beute fiel mager aus. Nur eine Vibrationsrolle, eingesetzt in der Schwerstmehrfachbehindertenförderung kam weg.

Der Gegenwert von 150 Euro lässt sich verschmerzen. Das Teil wurde mittlerweile ersetzt. Auch die Schadensregelung mit der Stadt laufe zügig ab, betont Schulleiter Christian Jansen, aber: „Jeder Einbruch ist ein Einschnitt. Wir haben Glück gehabt, dass es in den Ferien passiert ist und die Scheiben erst notdürftig geflickt werden konnten. Aber im laufenden Schulbetrieb ist das mit Einschränkungen und einem unguten Gefühl für die Schüler verbunden.“ Jansen hat über all die Jahre mehrere Einbrüche miterlebt. Die Hilda-Heinemann ist durch ihre etwas versteckte Lage für Einbrecher ein leichtes Ziel.

„Ich muss aber auch sagen, dass wir einen hervorragenden Hausmeister haben, der nebenan wohnt und auch am Wochenende ein genaues Auge auf das Umfeld hat“, lobt Jansen. Als einfachsten, kostenfreien Ansatz gegen Einbrüche würde er sich wünschen, dass die Nachbarschaft für ungewöhnliche Personenbewegungen an der Schule sensibilisiert wird.