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Remscheid: Stadt kämpft gegen Karies bei Kindern

Remscheid : Stadt kämpft gegen Karies bei Kindern

Seit diesem Schuljahr bietet der Arbeitskreis „Zahngesundheit für Remscheid“ die Fluoridierung an vier Grundschulen an. Dabei wird ein Lack auf die Backenzähne aufgetragen, der den Zahnschmelz stärkt.

Zana Eidinger sitzt vor einem Mädchen aus der Klasse 4c der Grundschule am Stadtpark. Die junge Frau ist Zahnarzthelferin und Mitarbeiterin im Arbeitskreis „Zahngesundheit für Remscheid“. Zusammen mit ihrer Kollegin Sanela Smajilovic kümmert sie sich prophylaktisch um die Zahngesundheit der Kinder in Remscheid.

Und zwar, indem sie mit einer Ampullenspritze einen Fluoridlack auf die Backenzähne aufträgt. Das sieht martialisch aus, die Kinder wissen aber genau, was auf sie zukommt, weshalb von Furcht kein bisschen zu sehen ist. „Wir haben die Spritze und die stumpfe Kanüle vorher herumgezeigt“, sagt Eidinger. Ihre Kollegin ergänzt: „Nachdem wir das erklärt haben, war es für die Kinder in Ordnung.“

Die kostenlose Zahnschmelzhärtung wird mit diesem Schuljahr erstmals an vier der Remscheider Grundschulen angeboten, die restlichen sollen folgen, sagt Sozialdezernent Thomas Neuhaus. Ihm liegt die Kariesprophylaxe an den Kindergärten und Grundschulen sehr am Herzen. „Es ist ein wichtiges Thema, wir bringen im Arbeitskreis Zahngesundheit viel Kraft auf, um Aufmerksamkeit bei den Kindern und Eltern zu wecken.“ Zweimal soll die Fluorid-Behandlung pro Jahr in allen Grundschulen angeboten werden. „Beim ersten Durchgang findet zuvor in Kooperation mit dem Bergischen Kompetenzcenter für Öffentliche Zahngesundheit der Stadt Wuppertal die Zahnreihenuntersuchung statt“, sagt Neuhaus.

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In sechs Monaten kommen Eidinger und Smajilovic noch einmal in die Grundschulen. „Man sollte die Fluoridisierung mindestens zweimal pro Jahr machen, besser wäre zwei bis vier Mal“, sagt Claudia Hüsch, Leiterin des Arbeitskreises. Den gibt es seit fast einem Vierteljahrhundert. In der Zeit wurde vor allem in den Vorschuleinrichtungen über das Putzverhalten und die gesunde Ernährung aufgeklärt – und nicht zuletzt die Angst vor dem Zahnarzt abgebaut. „Leider gibt es aber immer noch Kinder, die selbst im Schulalter noch nie einen Zahnarzt gesehen haben“, sagt Walter Schmitz, Zahnarzt des Bergischen Kompetenzcenters, der die Zahnreihenuntersuchung vorgenommen hat.

Bei der Fluoridierung handelt es sich um eine medizinische Maßnahme. Deswegen sei die Einverständniserklärung der Eltern nötig gewesen. „Die Akzeptanz hat mich sehr gefreut – wir hatten einen Rücklauf der Erklärungen von etwa 50 Prozent. Das ist für ein neues Projekt recht gut.“ Zudem seien einige Kinder, die zunächst kein Einverständnis bekommen hätten, am zweiten Tag mit der unterschriebenen Erklärung wieder in die Schule gekommen, um die Behandlung auch zu bekommen. „Das ist das Schöne an Maßnahmen in der Schule“, sagt Dr. Gabriele Marek, die stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamts, und ergänzt: „Man erreicht dadurch ganz einfach mehr Kinder als durch die Individualprophylaxe.“

Neuhaus wünscht sich, dass sich die Zahngesundheit bei den Kindern durch die Prophylaxe verbessert: „Wir können zwar durch solche Projekte nicht dafür sorgen, dass die Zahngesundheit gut bleibt. Das muss zu Hause laufen. Aber wir sind sehr dankbar, dass wir auch durch finanzielle Unterstützung der Krankenkassen sowie der sehr guten Kooperation mit den Schulen und Kindertagesstätten dazu beitragen können.“ Man wolle Eltern und Kinder damit weiter sensibilisieren. Denn, so der Sozialdezernent, weiter: „Zahngesundheit ist ein Lernfeld.“