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Remscheid: Stadt ist bereit für Rückkehr in den Regelbetrieb der Kitas

Betreuung in Remscheid : Stadt ist bereit für Rückkehr in den Regelbetrieb der Kitas

Die Phase der Notbetreuung endet am Freitag. Ab dem kommenden Montag dürfen dann wieder alle Kinder in der Seestadt auf dem Berge in die Tagesstätte – allerdings nicht für die volle Stundenzahl.

Ursprünglich war von einem Termin im September ausgegangen worden. Nun wechseln die Remscheider Kindertageseinrichtungen nach einer Entscheidung der Landesregierung bereits ab Montag, 8. Juni, aus dem Status der Notbetreuung in den sogenannten eingeschränkten Regelbetrieb.

Hinter dieser etwas befremdlichen Wortkonstruktion verbirgt sich eine Öffnung für alle Kinder, deren Eltern einen Betreuungsplatz haben – allerdings mit jeweils um zehn Stunden reduzierten Betreuungszeiten. Wer also einen Betreuungsvertrag über 45 Stunden abgeschlossen hat, dessen Kind wird für 35 Stunden betreut. Bei 35 Stunden sind es 25. Und so weiter.

Egbert Willecke, Fachdienstleiter für den Jugendbereich, berichtete am Mittwochabend im Jugendhilfeausschuss, dass die Stadt in allen ihren Einrichtungen diesen eingeschränkten Regelbetrieb anbieten kann. Zwar zählen geschätzt 20 bis 30 Prozent der insgesamt 330 städtischen Erzieher zur der vom Robert Koch-Institut definierten Risikogruppe. Gleichwohl könne die Stadt den Neustart personell stemmen. Auch von den freien Trägern im Kitabereich gebe es positive Rückmeldungen.

Mit Rücksicht auf die Corona-Pandemie gibt es aber Veränderungen. So gibt es je nach Betreuungszeit unterschiedliche Bring- und Abholphasen für die Eltern. Die einzelnen Kitagruppen werden in den Einrichtungen voneinander getrennt. Das gilt auch im Außenbereich der Kitas.

Exakt drei Wochen bis zum 29. Juni sollen die Kitas in diesem Rhythmus arbeiten, dann steht eine dreiwöchige Ferienpause an. Brigitte Neff-Wetzel (Linke) wollte wissen, ob die Stadt in dieser Zeit eine Lösung für jene Familien anbieten kann, die durch die Pandemie und die Kitaschließungen bereits ihre Urlaubstage für die Betreuung der Kinder aufgebraucht haben.

Man werde sicher den Eltern dabei helfen, im Einzelfall eine Lösung zu finden, sagte Willecke. Ein komplettes Offenhalten der städtischen Kitas während der Sommerferien sei aber nicht möglich. „Auch die Erzieher haben Kinder und eine Familie, mit der sie Urlaub machen wollen“, sagte er unserer Zeitung. Das müsse die Stadt als Arbeitgeber berücksichtigen. Die Corona-Krise verlange den Mitarbeitern Einiges ab.

Das konnte auch Erzieherin Ingrid Rosiejka, die Vorsitzende der AG Kita, aus der Praxis berichten. Der jetzige Kitabetrieb sei mit normalen Bedingungen nicht zu vergleichen. Das gelte für Kinder wie Eltern. Letztere zeigten „viel Unverständnis“ etwa für geänderte Regeln beim Bringen und Abholen der Kinder. Gegenüber den Kindern gebe es viel Erklärungsbedarf, etwa warum Gewohnheiten und Abläufe wegfallen müssen. Einfach ein Stück Obst vom Teller nehmen, das sei nicht mehr möglich. Umgekehrt sei ein Kontaktverbot im Umgang mit kleinen Kindern ebenso wenig umzusetzen wie eine Maskenpflicht.