Remscheid: Stadt braucht Millionen für Sportanlagen

Remscheid: Stadt braucht Millionen für Sportanlagen

Auf 10,6 Millionen Euro taxiert die Verwaltung die Kosten für die Instandhaltung von Hallen und Plätzen. Nur ein Teil davon ist im Haushalt bereits sicher eingeplant. Für die praktische Umsetzung fehlen zum Teil die Kapazitäten.

Auf 10,6 Millionen Euro beziffert die Stadt die Kosten für nötige Instandhaltungsarbeiten an städtischen Sportanlagen. Das geht aus einem Brief von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) an den Vorsitzenden des Sportausschusses Markus Kötter (CDU) hervor, der vor der gestrigen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses per E-Mail an die Ratsfraktionen versandt wurde.

Kötter hatte sich Ende Oktober verärgert an den OB als obersten Dienstherren gewandt, weil ein von der Sportpolitik im März einhellig erbetener Bericht über den Sanierungsbedarf und die Auslastung der Hallen und Sportplätze in der Stadt trotz mehrfacher Nachfrage noch nicht vorlag. Hintergrund: In den aktuellen Beratungen für den Doppelhaushalt 2019/2020 wüsste auch die CDU gerne genau, wo Geld für mögliche Veränderungen besonders nötig ist.

Nicht für alle nötigen Reparaturarbeiten ist das Geld bereits im Haushalt eingeplant, schreibt der OB mit Verweis auf die nach wie vor angespannte Finanzlage der Stadt. Wo „sofortiges Handeln“ gefragt sei, werde aber reagiert. Als Beispiele dafür nennt er die unlängst erfolgte Erneuerung eines Dachabschnitts an der Halle Neuenkamp (237.000 Euro) und die komplette Sanierung der elektrischen Anlagen in der Halle West (510.000 Euro).

 Für aktuelle Schadensmeldungen hat das zuständige Gebäudemanagement der Stadt zudem ein Budget für „unvorhergesehene Instandsetzungen“. In den vergangenen zehn Jahren wurden dafür im Schnitt pro Jahr 145.000 Euro aufgewandt. Die Stadt habe „immer sichergestellt, dass die Verfüg- und Nutzbarkeit der Sportstätten nicht beeinträchtigt wird“, so das Fazit des OB.

Die lange Wartezeit auf die gewünschten Informationen und die längeren Planungszeiten für nötige Sanierungen erklärt Mast-Weisz mit der sehr hohen Arbeitsbelastung des Gebäudemanagements. Das muss gerade mehrere Förderprogramme von Land und Bund in konkrete Bauprojekte umsetzen – unter anderem an Schulen.

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In der Frage der Auslastung der Sportanlagen verweist der OB auf die gemeinsam mit der Universität Wuppertal regelmäßig fortgeschriebene Sportentwicklungsplanung. Das Team von Professor Horst Hübner hat zuletzt 2016 konkrete Zahlen zur Auslastung der Hallen und Sportplätze vorgelegt.

Damals schrieb Hübner unter anderem, dass die Kommune sich um die Qualität ihrer Sporthallen Gedanken machen muss. Das Durchschnittsalter ist hier deutlich höher als in anderen Städten. Der Hallenbedarf nehme langfristig nur leicht ab, weil der Gesundheitssport mehr in den Fokus rücke.

Als „dringend nötig“ bezeichneten die Experten damals den Neubau der Dreifachhalle am Röntgen-Gymnasium. Hier kann die Stadt mittlerweile Vollzug melden. Die Halle am RöGy wird seit einigen Wochen von der Schule und den Lenneper Vereinen genutzt.

Qualität und Anzahl der Angebote für den Vereins- und Schulsport sollten weiterhin „überdurchschnittlich“ für eine Kommune sein, gibt der OB als Ziel aus.

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