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Remscheid: Stadionumbau in der Warteschleife

Modernisierung in Reinshagen : Stadionumbau in der Warteschleife

Einen Teil der Kosten für die millionenschwere Aufwertung des Stadion Reinshagen sollen die ansässigen Vereine tragen. Per Eigenleistung oder mit Bargeld? Bei diesem Thema gibt es weiterhin keine Lösung.

Muskelhypothek erbringen oder Bares auf den Tisch legen? Vor dieser Frage stehen die sechs Sportvereine, die auf der Stadionanlage Reinshagen ihre sportliche Heimat haben. 100.000 Euro der Bausumme von 2,138 Millionen Euro müssen sie zur Modernisierung der Sportanlage beitragen.

Der dort vorhandene Kunstrasenplatz soll so umgewandelt werden, dass hier künftig die Hockeyspieler des Reinshagener Turnerbundes beste Bedingungen vorfinden. Auch die Fußballer des VfB Marathon werden hier kicken können. Der umgewandelte Tennenplatz soll den Footballern vom AFC Remscheid Amboss und den Fußballern vorbehalten sein. Diese Lösung, 500.000 Euro teurer als eine zweite vorgeschlagene Variante, sei im vergangenen Jahr auch zur Überraschung des Sportamtes von der Politik einstimmig beschlossen worden, berichtete Amtsleiter Martin Sternkopf im BM-Gespräch.

Bevor es jedoch mit den Arbeiten losgehen kann, muss die Frage der Eigenbeteiligung geklärt werden. Und das gestaltet sich schwierig, wie sich am Mittwochabend im Sportausschuss zeigte. Die Vereine stünden zu ihrem Teil des Gesamtgeschäfts, sagte Sportbund-Geschäftsführerin Daniela Hannemann der BM. Auch der Wille zur Zusammenarbeit untereinander sei da. „Das läuft sehr harmonisch.“

Trotz mehrerer Treffen mit der Sportverwaltung sei aber nicht geklärt, wie die Eigenbeteiligung im Detail aussehen könne. Mehrere Fragen sind dabei zu lösen. Zum einen wollen die Vereine wissen, wie es mit dem Versicherungsschutz für ihre Mitglieder aussieht, wenn diese sich beim Umgang mit Hacke und Schaufel auf der Anlage verletzen sollten. Und wer haftet, wenn dabei städtisches Eigentum beschädigt wird?

Das andere Thema ist die Finanzfrage: Die 100.000 Euro sind von der Stadt nach einem Schlüssel, der die Belegungszeiten der Anlage zugrunde legt, auf die sechs Vereine verteilt worden. Es seien Vereine dabei, die Pleite gehen würden, sollten sie aufgefordert werden, ihren Anteil bis Ende des Jahres bar auf den Tisch zu legen, sagt Hannemann.

Der Vergleich mit früheren Kunstrasenprojekten in Remscheid funktioniert aus Sicht des Sportbundes nicht. Anders als etwa in Bergisch Born, wo ein Mix aus Barzahlung und Muskelhypothek die Lösung brachte, seien die Vereine in Reinshagen nicht Pächter der Anlage. Das ändere die Ausgangslage deutlich. „Die Vereine wollen nicht den Schwarzen Peter haben“, wirbt Daniela Hannemann um Verständnis. Im Vergleich zum Gesamtvolumen des Umbaus sei die Summe, um die es geht, zwar klein. Gleichwohl stelle es einige der Vereine doch vor große Probleme.

Sternkopf kündigte am Mittwoch eine Prüfung durch das Rechtsamt an. Das soll klären, wie die Haftungs- und Versicherungssituation für die Vereine ist, wenn sie mit anpacken. Bevor diese Frage nicht geklärt sei, „können wir mit dem Umbau nicht loslegen“.