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Remscheid: Sportler dürfen ab heute in die Halle

Corona-Krise in Remscheid : Sportler dürfen ab heute in die Halle

Das Sportamt verschickte gestern eine Handreichung mit den Hygiene- und Abstandsregeln für den kontaktfreien Sport- und Trainingsbetrieb an die Vereine. Unter anderem müssen Anwesenheitslisten geführt werden.

Ein Stückchen Normalität kehrt nun auch in den Vereinsalltag zurück. Seit heute dürfen die städtischen Sporthallen wieder von den Vereinen für den Trainingsbetrieb genutzt werden, wenn die ansässige Schule sie nicht für schulische Zwecke beansprucht. Die Doppelnutzung der Hallen durch Schulen und Vereinssport und sich widersprechende Verordnungen vom Land hatten einen Neustart nach dem Corona-Lockdown zunächst erschwert.

Nachdem seit der vergangenen Woche klar ist, dass dieser Widerspruch aufgelöst werden kann, versandte das Remscheider Sportamt gestern Mittag an die Vereine eine konkrete „Handreichung“ über die Regeln, die in Corona-Zeiten in den Hallen eingehalten werden müssen. So sind die Vereine etwa in der Pflicht, die benutzten Sportgeräte nach dem Training zu desinfizieren. Die zulässige Zahl der Trainings-Teilnehmer bemisst sich nach der Hallenfläche. Mindestens 10 Quadratmeter pro Person sind vorgeschrieben. Eine Nutzung der Toiletten ist erlaubt (immer einzeln), die Dusch- und Umkleideräume bleiben jedoch geschlossen. Eine Regel heißt: „Umgezogen kommen, ungeduscht gehen“. Um ein Aufeinandertreffen der verschiedenen Sport-Gruppen zu verhindern, enden die Trainingszeiten fünf Minuten früher als üblich. „Zuschauer sind bis auf Weiteres nicht erlaubt.

Die Verantwortung für die Einhaltung der Regeln liegt bei den Vereinen. Sie sind auch zuständig für die Lüftung der Hallen. Dies sei ein Punkt, der für die Art und Weise der Nutzung der Halle durch die Vereine wichtig sein kann, betont Sportamtsleiter Martin Sternkopf. „Es gibt Hallen, da ist das Lüften nicht so leicht“. Bei anderen, wie der Halle Hackenberg in Lennep, sei durch das Öffnen der Flügeltüren schneller ein Luftaustausch möglich. Angesichts jüngster Forschungsergebnisse, wonach die Ansteckungsgefahr durch in der Luft schwebende Aerosole in Räumen höher sein kann als unter freiem Himmel, müsse nun jeder Verein abwägen, wie er sein Training gestalten will. Die Stadt werde für die Hygieneauflagen sicherheitshalber einen Vorrat an Desinfektionsmitteln in den Hallen bereit halten. Grundsätzlich sei aber jeder Verein selber für dieses Thema zuständig. Diese benennen Hygienebeauftragte für die Sportgruppen. Die Stadt wiederum kümmert sich um die tägliche Reinigung der Hallen.

Wie das Angebot der Hallennutzung auf der nun vorliegenden Basis angenommen wird, kann Sternkopf aktuell schwer einschätzen. „Wir warten ab, was kommt und reagieren dann von Tag zu Tag.“

Der Vorsitzende des Sportbunds Remscheid, Reinhard Ulbrich, erwartet keine großen Probleme bei der Umsetzung der Hygiene-Vorgaben. In der eigenen Halle des Sportbunds an der Jan Wellem-Straße werde das System bereits erfolgreich praktiziert. Nachdem das erarbeitete Hygienekonzept vom Gesundheitsamt abgesegnet worden sei, habe man die Vereine informiert, dass Sport dort wieder möglich sei. Seitdem werde die Halle gut genutzt. „Das funktioniert problemlos“. Dank der guten Abstimmung zwischen Sportamt und Sportbund sei der Informationsfluss gewährleistet.

Ausgenommen von den Lockerungen ist aktuell noch der Schwimmsport.