Remscheid - Sperrung Reinshagener Straße: Linienbus brennt aus - ein Anwohner verletzt

Ein Verletzter in Remscheid : Linienbus brennt aus – Hausfront zerstört

Am Samstagmorgen ist ein Linienbus in Remscheid ausgebrannt. Der Fahrer und die Fahrgäste konnten sich retten. Kurz darauf stand der Bus vollständig in Flammen. Die Straße war temporär voll gesperrt.

Die Nacht haben Laszlo Kundrak (63) und seine Frau Ideko auf dem Sofa in ihrem Wohnzimmer verbracht. Im Schlafzimmer riecht es auch 24 Stunden nach dem Brand eines Linienbusses der Stadtwerke vor ihrer Haustüre  noch nach Ruß und Rauch. Ihr eigenes Messgerät zeigt an, dass die Schadstoffbelastung in diesem Raum viel zu hoch sei.  Außerdem lässt sich das Rollo nicht mehr hochziehen. Die Scheibe ist geplatzt. Auch die im Kinderzimmer.  „Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert, und keiner ist zu Schaden gekommen“, sagt Laszlo Kundrak. Aber die Stunden am Samstagmorgen hat die Familie in Aufruhr versetzt.

Kundrak war nach eigenen Angaben der erste Bewohner aus dem Mehrparteienhaus an der Reinshagener Straße 67 vor der Türe. „Ich sah, wie die Hinterräder qualmten und kleine Flammen ausschlugen“, erzählt Kundrak. Er habe kurz geschaut, ob der Fahrer noch im Bus saß. Die Insassen hatten aber alle bereits den Wagen verlassen. Ein Nachbar kam mit einem Feuerlöscher. Doch schnell war den beiden Männern klar: Mit dem Gerät lässt sich nichts mehr ausrichten.

Der Busfahrer war mit drei Fahrgästen gegen 8.20 Uhr auf der Reinshagener Straße Richtung Innenstadt unterwegs. Plötzlich machten andere Verkehrsteilnehmer den Fahrer darauf aufmerksam, dass Rauch aus dem Heck seines Busses aufsteigt, teilte die Polizei mit. Der 44-jährige Busfahrer habe angehalten und sei mit den Fahrgästen ausgestiegen. Kurz darauf habe der ganze Bus bereits in Flammen gestanden. Offenbar war der Dieseltank beschädigt. Der Treibstoff floss auf die Straße.

 Die beiden Töchter der Kundraks riefen mehrmals die Feuerwehr an. Nach ihrem Empfinden habe es etwa 20 Minuten gedauert, bis die Löschfahrzeuge vor Ort ankamen. Da brannte der Bus lichterloh. „Ich hatte Angst, dass der Dachstuhl Feuer fängt“, sagt Kundrak. Beschädigt wurden Teile der Hausfront.

Heinz Velte (80) und seine Frau Maria haben direkt die Flucht durch die Hintertüre in den Garten angetreten. Das Rentner-Ehepaar wohnt im Untergeschoss. Ihre Tochter, die gegenüber wohnt, rief ihre Eltern morgens an: „Bei euch brennt es vor der Türe“, warnte sie. Maria Velte stand zu diesem Zeitpunkt unter der Dusche. Vor der Haustüre gab es eine erste Explosion.   Kurze Zeit später  liefen die Feuerwehrmänner durchs Haus und klopften an jede Türe. Doch alle Bewohner hatten sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht.

Heute kommt ein Fensterbauer zu den Kundraks. Der Schaden muss schnell behoben werden. Den Bewohnern wäre sehr geholfen, wenn die Bushaltestelle vor ihrer Haustüre  wieder verlegt wird. „Hundert Meter weiter gibt es eine ausgebaute Parkbucht, die extra für einen Bus geeignet ist“, sagt Kundrak. Als vor ein paar Jahren die Haltestelle vor ihre Haustüre gesetzt wurde, hieß es zur Begründung, die Kinder müssten zur Grundschule Reinshagen nicht mehr so weit gehen, und die Abstände zwischen den Haltestellen seien ausgeglichener, erinnert sich Kundrak an die Begründung. „Wir haben uns dagegen gewehrt. Es hat nichts genutzt.“ Seit dieser Zeit besitzen die Kundraks ein Schadstoffmessgerät.

Die Abgase steigen direkt vor ihrer Haustüre auf. Sie stammen vom Bus und den Autos, die hinter dem Bus halten. „Bei einer Parkbucht könnten die Autos vorbei fahren“, sagt Ideko Kundrak. Sie lüftet ständig. Es hilft  nicht viel, sagt sie. Sie hofft, dass der Brand die Stadtwerke zum Umdenken bewegt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Linienbus in Remscheid brennt komplett aus

(top/dpa)