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Remscheid: SPD will Bewegung auf der Alleestraße

Remscheid : SPD will Bewegung auf der Alleestraße

Ideen für eine bessere Zukunft der Einkaufsmeile gibt es mittlerweile viele. Bevor es in politische Gespräche über eine mögliche Umsetzung geht, fordert die SPD eine Bewertung durch die Stadtverwaltung, sagt Fraktionschef Sven Wolf.

Öffnung der unteren Allee für den Autoverkehr, Abriss der Pavillons, eine teilweise Abkehr von der Fixierung auf die Ansiedlung von neuem Einzelhandel – für die Revitalisierung der Alleestraße sind viele Ideen im Gespräch. Manche geistern schon seit Jahren durch die politische Debatte, ohne dass etwas passiert wäre.

Mit einem Prüfauftrag für die Verwaltung, der Anfang Februar im Rat zur Abstimmung steht, möchte die SPD-Fraktion klären, welche Ideen umsetzbar sind, ob sie sich mit den vom Rat beschlossenen Förderprojekten sinnvoll verbinden lassen und welche Konsequenzen ihre Umsetzung konkret hätten.

 Dabei gehe es auch darum, in der Fraktion zu einer endgültigen Meinungsbildung zu kommen, sagte Fraktionschef Sven Wolf gestern im BM-Gespräch. Es gebe Skeptiker, die eine Öffnung der Allee nach wie vor kritisch sehen. Andere Ratsmitglieder erkennen wie OB und Parteifreund Burkhard Mast-Weisz mittlerweile eine Chance in der Öffnung. Wolf: „Wir wollen wissen: Geht das überhaupt? Und wenn ja: Bringt das was?“

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Bevor man bei diesem Thema zusammen mit anderen Fraktionen (die CDU ist für eine Öffnung) die politische Initiative ergreife, müsse geklärt werden, ob eine Öffnung in das vom Rat beschlossene, aber noch nicht in die Umsetzung gestartete Programm für die Revitalisierung der Innenstadt hineinpasse, sagte Wolf. Von einem zarten Stimmungswechsel in seiner Fraktion kündet der Auftrag, in Absprache mit der Gewag als Eigentümer den Abriss des unteren Pavillons zu prüfen. Zur Erinnerung: In einem Konzept, das er für die Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Alleestraße erstellte, erkennt der Bochumer Stadtentwickler Edgar Neufeld die Gastro-Würfel als „Frequenzblocker“ mit großer Negativwirkung. Seine Forderung: Die Pavillons müssen weg.

Auch die schon lange in der SPD diskutierte Idee, die untere Alleestraße stärker zu einem Wohnstandort zu entwickeln, in dem sich in den Erdgeschossbereichen Einrichtungen wie VHS oder Sozialverbände ansiedeln, ist nicht weit weg von Neufelds Konzept. Die SPD will klären, ob das rechtlich überhaupt durchsetzbar ist, etwa durch eine Änderung der geltenden Bebauungspläne.

ISG-Geschäftsführer Ralf Wieber ist unentschlossen, wie er den SPD-Vorstoß bewerten soll. Die angesprochenen Themen seien die richtigen. Er sieht aber die Gefahr, „dass die Themen wieder zerredet werden“, ohne dass am Ende ein Ergebnis stehe. Geht es nach ihm, wird die untere Allee auf jeden Fall probeweise für einen längeren Zeitraum für den Autoverkehr geöffnet.

„Das muss schnell gehen“, formuliert Wolf seinen Anspruch an die Verwaltung, wann Antworten vorliegen sollen. Die SPD wolle nicht auf Zeit spielen.

Ein Vorgehen, das auch Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) begrüßt. „2019 ist das Jahr des Planens, 2020 gehen wir in die Umsetzung“, betont der OB. Es sei nun an der Politik, sich auf eine Linie für die Alleestraße und den Innenstadtumbau zu einigen.