1. NRW
  2. Städte
  3. Remscheid

Remscheid: Sona meldet Insolvenz an

Wirtschaft in Remscheid : Sona meldet Insolvenz an

Die Präzisionsschmiede an der Papenberger Straße plant eine Neuausrichtung.

Die Sona BLW Präzisionsschmiede hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen mit Standorten in Remscheid, Duisburg und München stellt Stahlteile für verschiedene Geschäftsfelder her. Die an den Pressmaschinen in Millimeterarbeit gefertigten Schmiedestücke werden in Autos, Lastwagen, Agrar- und Baumaschinen oder in Bahnen eingebaut.

Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens wurde am 27. Januar beim Amtsgericht in Wuppertal beantragt. „Mit diesem Insolvenzantrag wurde gleichzeitig die Anordnung der Eigenverwaltung beantragt“, heißt es in einer Mitteilung der Geschäftsführung. Bei dieser Form der Insolvenz behält das Unternehmen als Schuldner die Verfügungsgewalt. Die Kontrolle liegt weiterhin bei der Geschäftsführung. „Mit der geplanten Sanierung im Eigenverwaltungsverfahren schaffen wir für beide Unternehmen die Basis, sich den zukünftigen, wachsenden Anforderungen des Marktes erfolgreich zu stellen“, sagt der neue CEO Andreas Stoltze der Sona BLW Gruppe zu der bekanntgegebenen Sanierungsentscheidung.

Sona ist dabei, mit Hilfe eines Sanierungsspezialisten sowie anwaltlichen Beratern, ein Sanierungskonzept zu erstellen: „Ziel ist der Erhalt des Geschäftsbetriebes und somit die Fortführung des Unternehmens“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Umsetzung soll im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens erfolgen. So sei „eine geordnete Insolvenz mit dem Ziel der Sanierung des Unternehmens in eigener Regie möglich“, heißt es.

Wie die Sanierungspläne allerdings konkret aussehen, verrät das Unternehmen nicht. Nur soviel: „Das Unternehmen wird eine Neuausrichtung erfahren, für die nunmehr der Grundstein zu legen ist, um die Firma wieder aus ihrer Krisensituation herauszuführen und zu erhalten.“

In der vorigen Woche wurden die Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung informiert. Das Unternehmen hat bisher noch keine Angaben gemacht, ob es zu Entlassungen kommen wird.

Im Jahr 2008 hatte Thyssenkrupp die Präzisionsschmiede GmbH mit den Standorten Duisburg, Remscheid und München an den indischen Maschinenbaukonzern Sona Group verkauft. „Die Mitarbeiter haben diese wichtige unternehmerische Entscheidung positiv aufgenommen und tragen sie motiviert mit. Deshalb hoffen wir, dass unsere Geschäftspartner dieses Sanierungsverfahren ebenso unterstützen und der Sona BLW Gruppe weiterhin die Treue halten, damit das Traditionsunternehmen in eine neue erfolgreiche Zukunft starten kann“, bekräftigt Norbert Römmelt, Betriebsratsvorsitzender des Werkes in Remscheid.

Für die etwa 590 Mitarbeiter in Remscheid soll die Insolvenz überraschend gekommen sein. In Deutschland sind an drei Standorten 1300 Menschen beschäftigt. Dem Betriebsrat zufolge sind die Probleme in Deutschland durch die Unsicherheit auf dem Automobilmarkt entstanden: Die großen Automobilkonzerne nähmen etwa bereits produzierte Ware nicht ab. Auch dadurch sei Sona BLW in Deutschland zahlungsunfähig geworden.

In Schieflage ist das Unternehmen bereits vor sechs Jahren geraten. Ein Sanierungsvertrag sollte die Weiterführung sichern. Mitarbeiter verzichteten damals auf einen Teil des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes und waren zu unentgeltlichen Überstunden bereit.