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Remscheid: Seniorenhieme haben Angebote für Drittimpfungen erhalten

Impfauffrischung in Remscheid gut organisiert : Drittimpfungen laufen problemlos ab

In den 15 Senioreneinrichtungen in Remscheid haben mittlerweile alle Bewohner ein Angebot für eine Auffrischungsimpfung erhalten – sofern seit den Erstimpfungen mindestens sechs Monate vergangen sind.

Gabriela Rodrigues klingt entspannt. „Wir haben überhaupt keine Probleme mit den Drittimpfungen“, erklärt die Leiterin des AWO Willi-Hartkopf-Seniorenzentrums am Telefon: „Die allermeisten Bewohner und deren Angehörige befürworten diesen Schritt, und bislang hat es auch keinerlei Probleme mit Nebenwirkungen gegeben.“

Von den 80 Bewohnern zwischen 65 und 95 Jahren seien derzeit rund 20 geimpft, das sind die, deren Erstimpfungen sechs Monate oder länger her sind. „Wir führen darüber genau Liste und sehen dann immer, wer wann an der Reihe ist“, so Rodrigues.

 Die Leiterin des AWO-Seniorenheims, Gabriela Rodrigues.
Die Leiterin des AWO-Seniorenheims, Gabriela Rodrigues. Foto: privat

Im Gegensatz zu den ersten beiden Impfungen, die über ein mobiles Impfteam durchgeführt wurden, kommen jetzt die Hausärzte der jeweiligen Bewohner in die Einrichtung und verabreichen ihren langjährigen Patienten den dritten Pieks. „Dazu haben wir auch noch einen Hausarzt, der Vertretungen oder Impfungen übernimmt, wenn etwa ein Kollege extra für eine Dosis aus Lennep oder Lüttringhausen angefahren kommen müsste.“

In Remscheid gibt es 15 stationäre Senioreneinrichtungen mit insgesamt rund 1400 Plätzen. Allen Heimen seien bereits Impfangebote gemacht worden, informiert Dr. Jens Pfitzner, stellvertretender Leiter des Gesundheitsamtes. Nachdem die Impfzentren zum 30. September geschlossen wurden, übernimmt die sogenannte Koordinierende Covid-Impfeinheit (KoCi) die Organisation des lokalen Impfgeschehens.

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Generell aber gilt: Das Impfgeschehen liegt nun grundsätzlich bei den niedergelassenen Ärzten. „Tatsächlich ist es in allen Einrichtungen so gelaufen, dass die Hausärzte sich um die Versorgung der Bewohner kümmern. Nur in Fällen, in denen dies nicht problemlos funktioniert, würde die KoCi in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung eine Alternative organisieren“, sagt Pfitzner.

Die aber war auch im Alloheim am Sana-Klinikum nicht nötig. Auch hier wurden alle Bewohner von ihren vertrauten Ärzten geimpft. „Bevor ein Impftermin vereinbart wird, müssen zunächst, wie auch schon für den ersten Termin, alle Einverständniserklärungen der Bewohner eingeholt und die Anamnese-Bögen ausgefüllt werden.“, betont eine Sprecherin der Alloheim Senioren-Residenzen.

Geimpft wird – so Pfitzner - fast ausschließlich mit mRNA-Impfstoffen, in der Regel mit Biontech: „Moderna ist so ein bisschen in Vergessenheit geraten.“ Dabei spielt es keine Rolle, welches Vakzin bei den Erstimpfungen gespritzt wurde.

„Wir erleben eine sehr hohe Impfbereitschaft“, bestätigt auch Claudia Neef, Pflegedienstleiterin des Pflegeheims Landhaus im Laspert. Es gäbe nur einen Fall, in dem die Angehörigen als Bevollmächtigte eine Auffrischungsimpfung ablehnten. 

„Es ist mittlerweile wohl den allermeisten klar geworden, dass die Impfungen schlichtweg schützen“, mutmaßt die Mitarbeiterin, die besonders erfreut darüber ist, dass es bislang noch keine einzige Coronainfektion in der Einrichtung gegeben hat. Im Gegensatz zum Altenheim Haus Lennep, Dort waren Ende vergangenen Jahres 19 Bewohner an oder mit Covid-19 gestorben.

Umso mehr zeigt sich Renate Zanjani, Pressesprecherin der die Einrichtung betreibenden Bergischen Diakonie, erleichtert über einen problemlosen Verlauf der Drittimpfungen dort und auch in der weiteren Diakonie-Einrichtung Stockder-Stiftung. „Wir haben eine erfreulich hohe Quote an Impfbefürwortern nicht nur bei den Bewohnern sondern auch bei den Mitarbeitern. Die, die nicht geimpft sind, können dies nicht aus gesundheitlichen Gründen.“

Auch die Bergische Diakonie greife auf ein hervorragendes Netzwerk an Hausärzten zurück, die dafür sorgten, dass jeder der wollte auch „Booster-geimpft“ wurde – oder werde, sobald die sechs Monate seit den Erstimpfungen vergangen sind.

„Ich bin davon überzeugt, dass die Menschen sich noch an die einsame Zeit im vergangenen Winter erinnern, als sie keinen Besuch empfangen durften und dies ein Motor ist, sich weiterhin gut zu schützen“, glaubt Gabriela Rodrigues. Das bedeutet, dass in den Einrichtungen auch weiterhin 3G gilt, Besuche unter Auflagen stattfinden und teilweise eine Maskenpflicht herrscht. „Die aber gilt nicht für unsere Bewohner“, sagt Rodrigues, „das können wir den alten Menschen nicht antun und erklären, wenn sie etwa im Singkreis mit Mundschutz sitzen müssten.“