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Remscheid: Schultausch in Kremenholl?

Überlegungen in Remscheid : Schultausch in Kremenholl?

Im neuen Rat hofft Christian Günther neben vielen anderen Ideen für den Kremenholl ein Schulprojekt vorantreiben zu können. Die Verwaltung prüft einen Gebäudewechsel bei Grundschule und Käthe-Kollwitz-Berufskolleg.

Der 33-jährige Oberstudienrat, der den Wahlbezirk für die SPD holte, befürwortet, dass die Grundschule Kremenholl den lang benötigten adäquaten Platz erhält. Die Stadt erwägt einen Gebäudetausch.

Die GGS soll in die 900 Meter entfernte ehemalige Hauptschule ziehen. Und das Käthe-Kollwitz-Berufskolleg (KKB), das in der Tersteegenstraße 1 eine Dependance unterhält, im Gegenzug das Grundschulgebäude nutzen. „Das wäre ein cooles Zeichen für den Bildungsstandort“, sagt Günter. Der Sozialdemokrat verweist auf die multikulturellen Probleme in dem Ortsteil, die sich auch in der Grundschule widerspiegeln. „Aus dem Kremenholl finden die wenigsten Kinder in Remscheid später ins Gymnasium. Und das liegt gewiss nicht daran, dass die Schüler dümmer sind als andere.“

Schuldezernent Thomas Neuhaus bestätigt die Überlegungen. „Der Grundschule Kremenholl fehlen Ausbauflächen. Wir prüfen deshalb, ob ein Wechsel möglich ist. Ob es baulich machbar ist, werden uns zunächst Architekten beantworten müssen.“ Neuhaus nimmt Bezug auf das, was Schulentwicklungsplaner Dr. Detlef Garbe dem Kremenholl bestätigt hatte: Die GGS platzt aus allen Nähten.

Mit den Schulleitungen wurde über die Rochade gesprochen. KKB-Leiter Kai Küchemann bestätigt, dass ein Prüfungsauftrag läuft. Nachdem das Kolleg erstmals im Sommer 2015 mit der Fachoberschule Gesundheit / Soziales in der Tersteegenstraße unterkam, dann den Flüchtlingen weichen musste und zurück ins Stammgebäude ging, kehrte es vor drei Jahren in die ehemalige Hauptschule zurück. Das Berufliche Gymnasium Gesundheit und die Fachoberschule Gesundheit sind dort heimisch, rund ein Drittel der KKB-Schüler (250) wurden ausgelagert. „Tendenz steigend“, sagt Küchemann. In dieser knappen Anmerkung liegt der Hase im Pfeffer. Denn das KKB steckte vor dem Teilauszug in seinem Hauptgebäude in der Freiheitstraße 146 in räumlichen Schwierigkeiten und benötigt weiteren Platz.

Für die kommissarische Grundschulleiterin Mona Franken wäre die Perspektive Tersteegenstraße verlockend. Nicht nur, weil die weiten Wege zum Sportunterricht entfallen würden. Heute müssen die Schüler 900 Meter bis zur ehemaligen Hauptschule laufen. Neuhaus verweist auch darauf, dass über 70 Prozent der Grundschüler laut Bundesbildungsministerium einen OGS-Platz in Anspruch nehmen werden. „Mit unserer Quote von 61 Prozent in Remscheid liegen wir sehr gut“, sagt Neuhaus. Aber auch in Kremenholl wird der Offene Ganztag weiter ausgebaut werden müssen. 170 Schüler besuchen die GGS in acht Klassen.
105 OGS-Plätze sind vergeben, acht stehen auf der Warteliste.

Die Schultausch-Idee hält der Dezernent für gut. Arndt Liesenfeld, Fachdienstleiter Schulen, lobt das Potenzial, das die Tersteegenstraße den Grundschülern böte: „Da könnte eine Schule für die Zukunft in einem Bestandsgebäude entstehen.“