Remscheid: Schulschwänzern droht ein Bußgeld

Schule in Remscheid: Schulschwänzern droht ein Bußgeld

Es sind gleich zwei gängige Vorurteile, mit denen Dr. Thomas Giebisch, Leiter des Leibniz-Gymnasiums, aufräumen kann: Es ist nicht so, dass in der letzten Woche vor den Ferien in den Schulen nichts Wichtiges mehr stattfindet.

Und nein, in der Waldorf-Schule steht nicht nur Singen und Klatschen auf dem Stundenplan. In der Rudolf-Steiner-Schule bringen die angehenden Abiturienten vielmehr die mündlichen Prüfungen hinter sich. Giebisch, Mathe- und Musiklehrer, ist einer der Prüfer. Weitaus entspannter geht es an seiner eigenen Schule zu. Dennoch soll kein Schüler früher in die Ferien gehen, da ist Giebisch streng.

Damit ist der Schulleiter ganz auf Kurs der Bezirksregierung Düsseldorf. Die lässt die Eltern aller schulpflichtigen Kinder nämlich wissen: Wer seine Sprösslinge ohne Erlaubnis früher aus der Schule nimmt, um auf der Reise in den Familienurlaub lange Staus zu vermeiden oder von günstigeren Flügen zu profitieren, der riskiert ein Bußgeld von bis zu 1000 Euro.

„Die Schulpflicht besteht bis zum letzten Tag vor den Ferien“, sagt Jessica Eisenmann, Sprecherin der Bezirksregierung. Ausnahmen vom Unterrichtsbesuch bedürfen der Genehmigung und müssen beantragt werden. Und wer kurz vor oder nach den Ferien wegen Krankheit im Unterricht fehlt, der muss ein ärztliches Attest vorweisen. Andernfalls droht ein Bußgeld.

Wie viele solcher Bußgeldbescheide zurückliegend in Remscheid ausgestellt wurden, vermag man bei der Stadt nicht zu sagen. Nur so viel sei sicher, sagt Schulamtsdirektorin Brigitte Dörpinghaus: „Die Zahl ist verschwindend gering.“ Im Regierungsbezirk Düsseldorf bewegt sie sich auf geringem Niveau, ist allerdings deutlich gestiegen. Von 218 im Jahr 2013 auf 390 in 2017. Insgesamt stieg die Zahl verhängter Bußgelder wegen Schulschwänzerei im gleichen Zeitraum im Regierungsbezirk von 1518 auf 2300.

Das mag auch daran liegen, dass die Schulleiter sensibler mit den Schulschwänzern umgehen als noch vor ein paar Jahren, schätzt Brigitte Dörpinghaus. „Bis Freitag ist Unterricht, daran halte ich mich“, sagt Elke Simon, Leiterin der Ganztagshauptschule Hackenberg. Ihre Schüler weiß sie beschäftigt.

Am Leibniz ist Projektwoche, Zeit für Schule jenseits der Vokabeln und binomischen Formeln. Wobei: „Einem Mathematiker geht der Unterrichtsstoff nie aus“, sagt Giebisch. Bei ihm wird auch am Freitag noch gerechnet.