Zwischenlösungen unsicher in Remscheid Schulraum: Wenn auch Plan B und C wackeln

Remscheid · Container sollten an Remscheider Schulen im Schuljahr 2024 kurzfristig mehr Platz schaffen. Die Stadtspitze nannte sie „Zwischenlösungen“. Doch nun wird klar: Selbst die stehen teilweise zum Schulstart nicht.

Ob die Grundschule am Stadtpark bis zum Schuljahresbeginn Container erhält, ist noch fraglich.

Ob die Grundschule am Stadtpark bis zum Schuljahresbeginn Container erhält, ist noch fraglich.

Foto: Henning Röser

Klare Antworten hatte die Stadtschulpflegschaft von der Stadtverwaltung in Sachen Schulausbau gefordert (die Redaktion berichtete). An den Schulen, an denen es eng werden könnte im neuen Schuljahr, wollte die Stadt laut OB, Stadtkämmerer und -direktor Sven Wiertz und Sozialdezernent Thomas Neuhaus auf „Zwischenlösungen“ setzen. Übersetzt bedeutet das: Die Kinder sollen in Containern lernen. In der entsprechenden Pressekonferenz vor einigen Wochen zeigte sich die Stadtspitze auch noch zuversichtlich, dass diese Zwischenlösungen bis zum Schuljahresbeginn stehen. In der jüngsten Sitzung des Schulausschusses war von der anfänglichen Überzeugung dann aber nicht mehr viel zu spüren.

Denn Thomas Judt, Leiter des städtischen Gebäudemanagements, musste in der Sitzung zähneknirschend zugeben, dass bereits jetzt davon auszugehen sei, dass zumindest die Schule am Stadtpark zum Schuljahresbeginn keine Container erhält. „Dort werden wir ein bisschen Verzögerung haben“, sagte er. Judt beteuerte zwar, dass „alles im Fluss“ sei und ganz viel passiere, „von dem Sie nur nichts mitbekommen“.

Auf Axel Behrends (Linke) Nachfrage, was genau das bedeute, verwies Judt auf den festgelegten Zeitplan. Demzufolge müssen die Containermodule zu Schuljahresbeginn stehen. Dass bis dahin nur noch wenige Monate Zeit sind, merkten auch die Sitzungsmitglieder an. „Bei den Schulen, bei denen wir wissen, dass der Zeitplan nicht eingehalten werden kann, schauen wir in Absprache mit der Schulleitung, welche Lösungen wir hinbekommen.“

Judt erklärte sich: „Sie müssen verstehen, wir sind ja von anderen abhängig. Wir haben das alles in Auftrag gegeben, müssen nun aber hoffen, dass es rechtzeitig geliefert wird.“

Waltraud Bodenstedt (W.i.R.): „Ich verstehe ja, dass Sie in Ihrem Job ruhig bleiben müssen. Aber ich habe zuletzt von zwei offenen Briefen und von frustrierten Lehrern gelesen, die von der Stadt zusätzliche Klassenräume fordern. Dann höre ich Sie hier die Planung vortragen und denke, ich bin in der verkehrten Welt.“ Sie kritisierte vor allem den bürokratischen Aufwand, der den Prozess zu stark verlangsame.

Judt betonte, dass dies nicht in seinen Händen liege, sondern die Bundes- und Landespolitik dafür verantwortlich sei. „Ich kann hier leider nicht machen, was ich will. Dann gehe ich ins Gefängnis, da verdiene ich nicht genug, um mich da noch ein bisschen auszuruhen“, scherzte er.

Zum Scherzen zumute war Karsten Neldner von der Stadtschulpflegschaft dagegen so gar nicht: „Mir geht’s wie Herrn Judt, in mir brodelt es auch, aber ich versuch es nicht zum Ausdruck zu bringen.“ Er fasste zusammen: „Sie können also weder für die GGS Reinshagen noch für die GGS im Stadtpark definitiv sagen, dass zum Schuljahresbeginn diese Zwischenlösungen auch wirklich stehen.“ Als Neldner versuchte, aus dem Gebäudemanager herauszukitzeln, wie die angesprochenen Alternativen für die Übergangslösungen aussehen, stellte der klar: „Wir suchen im Moment noch nach vernünftigen Alternativen. Wenn die da sind, dann werden wir das mitteilen. Wir haben noch keine hundertprozentige Lösung.“

Auch aus dem Schulamt wurde deutlich: Die Schulplanung ist eng getaktet. Im August solle die verwaltungsinterne Abstimmung zur Schulentwicklung noch andauern, so Markus Eschweiler vom Schulamt: „Wir brauchen da einfach noch die Sommerferien, um das in Ruhe zu bearbeiten können.“ Die eigentliche Entwicklungsplanung solle dann bis Oktober stehen – also, wenn das Schuljahr bereits begonnen hat. „Wenn wir an einzelnen Schulen sehen, dass es da drängt, dann werden wir die natürlich rausziehen und separat behandeln“, sagte Eschweiler.

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