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Remscheid: Schulen haben kreative Lösungen für Abschlussfeiern

Veranstaltungen in Remscheid : Schulen haben kreative Lösungen für Abschlussfeiern

Gäbe es eine Note für Flexibilität, der Abschlussjahrgang 2020 würde vermutlich überaus gute Bewertungen bekommen. Die Pandemie hat Schulen, Lehrern und Schülern einiges abverlangt. Und das macht auch vor Abschlussfeiern und Zeugnisübergaben nicht halt.

Was im vergangenen Jahr noch gute Tradition war, ist wegen Corona diesmal unmöglich. Die Schulen reagieren ganz unterschiedlich darauf. Und wieder mal, wie so oft schon in den letzten Wochen, extrem kurzfristig. Beim Lüttringhauser Leibniz-Gymnasium zum Beispiel steht aktuell noch gar nicht fest, wie die 72 Schülerinnen und Schüler ihr Abi feiern – dabei ist die Veranstaltung fest auf übernächsten Samstag terminiert.

Ursprünglich habe man zwei Optionen gehabt, berichtet Schulleiter Dr. Thomas Giebisch: „Bei gutem Wetter auf dem Jahnplatz, bei schlechtem in der Dreifach-Turnhalle Klausener Straße.“ Doch dann hätten die Abiturienten erfahren, dass der Abschlussjahrgang des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums seine Zeugnisübergabe in der Konzertmuschel im Stadtpark plant. „Seitdem versuche ich, jemanden bei der Stadt zu erreichen, ob das für uns auch möglich ist.“

Doch selbst ohne die zusätzliche Alternative bleibe eine große Planungsunsicherheit. Die Freiluft-Variante ist nämlich mit Eltern vorgesehen. „Aber wenn wir in die Halle müssen, ist das definitiv nicht möglich“, sagt Giebisch: „Da denke ich eher an eine Begleitperson pro Schüler.“ So oder so müssten alle Konzepte noch mit dem Ordnungsamt abgestimmt werden. „Ich habe erstmal Halle und Platz für die Zeit von 17 bis 22 Uhr reserviert“, sagt der Schulleiter. Der Rest hänge nicht zuletzt am Wetter.

Erst ein Erlass der NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) Ende Mai hatte sichergestellt, dass es Abschlussfeiern geben kann. Feierliche Zeugnisübergaben seien „ein wichtiges Ereignis für die ganze Familie“, so die Ministerin. Der Landtagsabgeordnete Jens Nettekoven (CDU) hatte daraufhin vorgeschlagen, Zeugnisvergaben ins Autokino zu verlegen. Die meisten Schulleitungen hatten das abgelehnt: zu unpersönlich und zu teuer. Mit dem Abbau des Remscheider Autokinos in der zweiten Juni-Woche hatte sich dies ohnehin erledigt.

Stattdessen sucht nun jede Schule ihre eigene Lösung, abhängig von Zahl der Schüler, Termin und Raumangebot. Die Hauptschule Hackenberg beispielsweise feiert im Schichtbetrieb, statt wie bisher alle zusammen in der Aula. Jede der vier Abschlussklassen sei verteilt über den Tag dran, berichtet Schulleiterin Elke Simon. „Allerdings ohne Gesang.“ Auch die Eltern würden nicht teilnehmen, so Simon.

Mit Eltern und allen Schülern zusammen plant die Borner Rudolf-Steiner-Schule. Zwar müsse die ganz große Party „mit DJ, Disco und Caterer“ ausfallen, sagt Anja Müller von der Schulverwaltung, doch für die Zeugnisübergabe, sowohl für die Abiturienten als auch für die Schüler mit dem Waldorfabschluss nach der elften Klasse, habe man eine Lösung gefunden: „Wir machen das draußen auf dem hinteren Schulhof.“ Dort soll jede Familie einen eigenen Tisch bekommen.

Quasi auf die Spitze treibt es das Berufskolleg Technik mit den individuellen Lösungen. Weil jeder Bildungsgang andere Voraussetzungen habe, brauche auch jeder ein eigenes Konzept, sagt Schulleiter Oliver Lang: „Die normale Abschlussfeier am 24. Juni ist abgesagt, stattdessen haben wir das komplett in die Verantwortung der einzelnen Bildungsgänge gegeben.“ Beim beruflichen Gymnasium sei geplant, die Schüler einzeln zur Übergabe in einen Raum zu rufen. Eine der Fachschulen plane eine kleine Feier in einem Restaurant. „Und ein Bildungsgang möchte ein Frühstück zur Zeugnisübergabe machen“, sagt Lang.