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Remscheid: Schock unter der Zirkus-Artisten sitzt tief

Shows im Remscheider Weihnachtscircus gehen weiter : Schock unter den Zirkus-Artisten sitzt tief

Nach dem schweren Sturz der Seilartistin Natascha Frank setzt der „Weihnachtscircus“ seine Vorstellungen fort – mit großem Besucher-Interesse. Über die sozialen Netzwerke sind viele Genesungswünsche eingetroffen.

Am Tag vor Heiligabend stürzte eine Seilartistin während ihrer Show im Remscheider Weihnachtscircus aus acht Metern Höhe. Die Vorstellung wurde daraufhin abgebrochen, die Lebensgefährtin des Zirkusdirektors Hardy Scholl kam mit Rippenbrüchen und einer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Mittlerweile ist klar: Natascha Frank wird sich von ihrem Sturz erholen. „Sie wird wieder ganz gesund – und das ist das allerwichtigste“, betonte Geschäftsführer Stefan Ballack auf Nachfrage.

Natürlich hat der Unfall im Team des Weihnachtscircus Spuren hinterlassen. Dennoch laufen die Vorstellungen bis zum 6. Januar wie geplant weiter. „Die Artisten-Kollegen nahm der Sturz mit“, sagt Ballack: „Der Schock saß am Tag des Unfalls bei allen sehr tief.“ Aber danach, also schon am 24. Dezember, sei die Vorstellung normal weiter gelaufen. Schließlich seien alle Profis: „Sie wissen, dass so etwas immer passieren kann.“ Grund, etwas am Programm oder an den Nummern zu verändern, gebe es laut Ballack nicht: „Man kann nichts ändern. Manche Nummern kann man nicht sichern. Es ist schon alles überprüft und gesichert.“ Ein Restrisiko bleibe im Zirkus immer. „Wir machen unser Ding genauso weiter, wie vorher.“

Auch bei Stefan Ballack, der zwar nicht Teil des Zirkusprogramms ist und nicht zweimal pro Tag ins Rampenlicht tritt, dennoch als Geschäftsführer unmittelbar in das Zirkusleben involviert ist, ließ der Unfall nicht kalt. In den vergangenen Tagen war er Ansprechpartner für viele Medienvertreter, die sich über den Zustand der Verunglückten erkundigen wollten. „Abschalten kann man nicht. Man denkt die ganze Zeit daran, weil es auch eine ganz enge Freundschaft mit der Familie Scholl ist.“ Das sei wie ein weiteres Familienmitglied. „Aber auch ich muss in dem Fall professionell genug sein, um hier weiter zu machen.“

Viele Remscheider äußerten Genesungswünsche über die sozialen Netzwerke des Zirkus. Und auch einen Besucher-Einbruch habe es seit dem Vorfall nicht gegeben, versichert Ballack: „Nein, um Gottes willen, ganz im Gegenteil: Wir hatten nun schon mehrere Abende über die Weihnachtsfeiertage ausverkauft. Für viele ist es ja auch schon eine Tradition: Unter den Besuchern sind viele bekannte Gesichter, die man aus dem vergangenen Jahr noch kennt.“

Diese Publikumsresonanz sei für den Zirkus sehr wichtig: „Das wäre jetzt das Schlimmste, was uns passieren könnte – auch für die Familie Scholl – wenn keine Leute mehr kommen würden.“