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Remscheid: Schmierfinken wüten auf Friedhof

Vandalismus in Lennep : Schmierfinken wüten auf Friedhof

Fassungslos stand Marcel Schötz am Montag vor einem der Kolumbarien auf dem Ev. Friedhof in Lennep. Schmierfinken hatten die Mauer und Urnengräber mit schwarzer Farbe völlig verunstaltet.

„In was für einer Welt leben wir, dass öffentliches Eigentum mutwillig durch sogenannte Graffiti beschädigt und zerstört wird“, ärgert sich Schötz. Er hatte das Urnengrab seiner Mutter an der Albrecht-Thaer-Straße besucht und war auf die Krakeleien gestoßen.

Grabschändung ist in Deutschland nach § 168 des Strafgesetzbuches (StGB) als Störung der Totenruhe eine Straftat. Daran erinnert Schötz, der mitfühlen kann, was es heißt, wenn Angehörige eine Grabplatte vorfinden, deren Inschrift nach Vandalismus nicht mehr zu entziffern ist. „Schämt Euch“, ruft er den Tätern zu, die wohl vergangenes Wochenende über die letzte Ruhestätte gelaufen sein müssen. Freitag ist Marcel Schötz noch auf dem Friedhof gewesen. Da sei alles in Ordnung gewesen. Die Täter hatten sich für ihre Sprühereien genau das Kolumbarium ausgesucht, dass durch Büsche und Bäume so versteckt liegt, dass es von der Straße nicht einsichtig ist. Schötz hofft, dass die Kirchengemeinde Anzeige erstattet.

Pfarrerin Susanne Peters-Gößling wurde von der Nachricht überrascht. Als sie von Klaus Diergardt, dem Gemeindesachbearbeiter in Lennep, die Bilder der Verwüstung geschickt bekam, war auch Peters-Gößling entsetzt. „Es ist erschreckend, wie pietätlos Menschen handeln.“

Die Pfarrerin erinnert sich, dass vor Jahren die Friedhofsmauer von innen beschmiert wurde. „Die Jugendlichen, die es gemacht haben, sind aber aufgeflogen und mussten die Mauer reinigen.“ Ob das in diesem Fall gelingt, bleibt offen. Peters-Gößling ist wichtig, dass eine Reinigungsfirma das Kolumbarium schnellstmöglich wieder in Ordnung bringt.

Am 22. November ist Ewigkeitssonntag. Zwar wird das Gedenken an die Toten nicht im sonst üblichen Rahmen stattfinden, gleichwohl werden sich die Besucher zum Abschluss auf dem Friedhof einfinden. „Sonst richten wir den Gottesdienst in der Friedhofskapelle aus. Da aber drinnen wie draußen nur eine Ansammlung von 25 Personen erlaubt ist, weichen wir in die Stadtkirche aus“, erläutert die Pfarrerin. Dort gestatten die Corona-Richtlinien maximal 100 Besucher.