Remscheid: Schiffsparade mit 200 Booten im Freibad Eschbachtal

Freibad Eschbachtal : Schiffsparade mit 200 Booten

Zum zwölften Mal verwandelte sich Deutschlands ältestes Binnenfreibad in ein Messegelände für Modellbauer maritimer Gefährte. Die diesjährige Schiffsparade zog – trotz zeitweiliger Regenschauer – so viele Aussteller wie noch nie ins Eschbachtal.

Auch zahlreiche Besucher strömten ins Freibad, um sich die weit über 200 Modellboote anzuschauen. Wenn statt Badegäste erwachsene Männer bekleidet am Beckenrand stehen, entspannt mit einer Fernbedienung in der Hand, und ihre Modellbötchen in den Becken des Freibads ihre Runden drehen lassen, dann ist wieder Schiffsparade im Eschbachtal. „So ist das eben, wenn Modellbauer aufeinandertreffen“, erklärte einer der Aussteller interessierten Besuchern.

Über 150 von ihnen mit weit über 200 Modellbooten hatten zum Teil lange Anfahrten auf sich genommen, waren aus Bremen teilweise auch aus dem benachbarten Ausland gekommen, um ihr Wochenende auf dem Freibadgelände zu verbringen und Mini-Yachten, Paddel- und U-Boote, Segelschiffe und Kutter zu Wasser zu lassen. Sich untereinander auszutauschen und andere mit ihrem Hobby zu begeistern, waren erklärte Ziele. Familie Horn war mit den Kindern vorbeigekommen, die neugierig den nahezu schwerelos im Wasser gleitenden Modellen nachschauten. Die vierjährige Charlotte fand offensichtlich Gefallen an den motorisierten Gefährten. Das bemerke auch einer der Modellbauer und trat näher: „Willst du auch mal Boot fahren?“, fragte er das Mädchen, das mit Papa Felix neugierig auf das getunte Playmobil-Schiff blickte. Charlotte überlegte nicht lange und sagte zu. Der Mann ließ das Boot ins Wasser, zeigte ihr einige Kniffe an der Fernbedienung und überließ ihr das elektronische Ruder, um ein paar Runden zwischen den großen Schiffen zu drehen. Eine Kollision galt es im stark befahrenen Gewässer zu vermeiden. Die Modelle, einige bis zu 30 Kilogramm schwer, sind schließlich kostbar, wie auch Stefan Grote, Vorsitzender des Freibad-Fördervereins, erfuhr, während er sich als Moderator mit Mikrofon unter die Modellkapitäne mischte.

Weit über 600 Stunden Arbeit steckten allein in ein größeres Segelschiff. Ein durchaus interessantes Hobby, „mit dem ich aber nicht anfangen werde“, urteilte Felix Horn. „Zu zeitaufwendig“, sagte derFamilienvater. Die Frau lachte: „Dann schenke ich dir ein Baukasten, wenn du Rentner bist.“ Charlotte aber, würde sich schon jetzt über ein eigenes Boot freuen.

Mehr von RP ONLINE