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Remscheid: Satirischer Jahresausblick

Satire : Mit Cha-Cha-Cha ins neue Jahr

BM-Redakteur Christian Peiseler guckt tief in die Glaskugel und sagt, was 2019 für Schlagzeilen sorgen wirdt.

Januar

Nach sechs Wochen wackelt die Betriebsgenehmigung des CineStar-Kinos. Die Wuppertaler haben gegen die Stadt und das Filmtheater geklagt. In dem vor allem von der Wuppertaler CDU vorangetriebene Klage heißt es, ein Großkino in Remscheid gefährde die Innenstadt-Entwicklung an der Wupper. Einen Zuschauerrückgang beim CinemaXX in Elberfeld könne die Stadt nicht dulden. Wuppertal first – sowohl beim Kino wie auch beim DOC.

Februar

Nachdem nun doch keine Fördermittel aus Düsseldorf fließen, hat die Stadt die Moschee an der Stachelhauser Straße gekauft. Auf Antrag der CDU soll dort eine städtischen Galerie eingerichtet werden. Erste Ausstellungen seien bereits von Pro Arte geplant. Überlegungen, Mohammed-Karrikaturen aus Dänemark und übermalte Fotos von Präsident Erdogan zu zeigen, wurden aber verworfen. Stattdessen gibt es eine Foto-Serie über Kirsehir, der unbekannten Partnerstadt Remscheids.

März

Beim neuen Bieterverfahren für die Gründerschmiede hat aufgrund eines Formfehlers überraschend ein dritter Bieter die Böker-Villa erworben. Statt eines Start-Up-Centers sollen dort Pin-Up-Girls für mehr Belebung in der verkehrsberuhigten Zone sorgen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

April

Die Parteien können sich nicht auf den Ausschreibungstext für die neue Theaterleitung einigen. Um aber den Spielbetrieb nicht zu gefährden, hat man den früheren Kulturdezernenten Dr. Christian Henkelmann auf 450 Euro-Basis gewinnen können, den Spielplan für die nächste Spielzeiten zu gestalten.

Mai

Nach dem kalten Brexit kommt McArthurGlenn wirtschaftlich in Bedrängnis. Als erstes Projekt wird daraufhin das DOC in Lennep gestrichen. Große Enttäuschung. Das Oktoberfest soll aber nicht mehr auf den Schützenplatz zurückkehren. Der neue Standort an der Robert-Schumacher-Straße sei der bessere, heißt es.

Juni

Überraschender Wintereinbruch mit Schneefall verhindert die rechtzeitige Eröffnung des Freibads Eschbachtal. Der Sprungturm musste wegen Glatteisgefahr gesperrt werden. Die Wassertemperatur: 16 Grad.

Juli

Die CDU kann sich nicht darauf verständigen, wer als Kandidat gegen OB Mast-Weisz bei der Kommunalwahl antreten soll. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung entscheidet das Los. Getroffen hat es Ralf Wieber. Motto seines Wahlkampfes: „Ich kann nur Cha-Cha-Cha.“

August

Die Mitarbeiter des Forstbetriebs stellen neue Warnschilder in den Waldgebieten auf. Das Bergische Land soll als zweites Wolfsgebiet in NRW ausgerufen werden. Zwei zerbissene Schafe im Gelpetal gelten als sicherer Beweis für die Rückkehr des Raubtiers.

September

In den Sommerferien bietet das Stadtmarketing eine eigene Reihe für Stadtführungen an: Den Besuchern werden Projekte und ihre möglichen Standorte vorgestellt, die mehr als fünf Jahre lang auf der politischen Agenda stehen. Dazu gehören unter anderem eine Mehrzweckhalle in der Innenstadt, Umbau der Kreuzung Eisernstein, Abriss des Sinn & Leffers-Gebäudes, Fahrradwege in der Stadt. Für Ratsmitglieder ist die Führung verpflichtend.

Oktober

Die Pläne für die Neugestaltung des Stadtparks sind geplatzt. Die Naturschutzbehörde hat das Gebiet als Bodendenkmal ausgewiesen und eine Veränderungssperre verhängt. Eine Gruppe von Biologielehrern der Naturschule Grund fand bei einer Exkursion ein Massengrab seltener Schildkröten. Alles ausrangierte Weihnachtsgeschenke. Manche Kröte trug noch ein Schleifchen um den bröseligen Panzer.

November

Nachdem die Meteorologen angekündigt haben, dass der Winter wieder kein Winter sein wird, haben die Betreiber des Weihnachtsmarkts ihr Konzept geändert. Rollschuhe statt Schlittschuhe, Freilichtkegeln statt Eisstockschießen. Die Firma Fare aus Remscheid überspannt den Rathausplatz mit einem Riesenregenschirm.

Dezember

Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung von Lennep Offensiv bildet sich eine neue Bürgerbewegung mit Namen „Lexit“. „Wir brauchen Remscheid nicht“, heißt die Parole. „Lexit“ will bei der Kommunalwahl im nächsten Jahr für ein selbstständiges Lennep kämpfen in den Grenzen vor 1929.