Remscheid: Sanierung von Haus Cleff beginnt

Bürgerhaus in Remscheid : Sanierung von Haus Cleff beginnt

Für 2,2 Millionen Euro lässt die Stadt das Bürgerhaus aus dem Jahr 1776 wieder instand setzen. Bis Ende 2021 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Fachfirmen kommen nicht aus dem Bergischen.

Die Sanierung des Hauses Cleff ist ein Fall für Spezialisten. Entsprechend präzise und umfangreich hat die Stadt die Arbeiten für die komplette Erneuerung der Fassade ausgeschrieben. „Wir haben viele Bewerbungen bekommen“, sagt Architektin Anja Klein. Und schränkt gleich ein. Darunter seien auch Anbieter gewesen, die nicht über eine entsprechende Fachkompetenz verfügen. Die Stadt hat mit den öffentlichen Ausschreibungen nach Handwerkern gesucht, die bereits Erfahrungen vorweisen können im Umgang mit historischer Altbausanierung. Qualität und Kompetenz sei das Wichtigste gewesen, sagt Klein. Daher komme auch nicht automatisch der Preisgünstigste zum Zuge.

Die neue Gebäudehülle wird etwa 2,2 Millionen Euro kosten. Die Mittel dafür stehen im Haushalt bereit. Die Sanierung ist der erste Schritt zu einer Neugestaltung des Ensembles im Historischen Zentrum, zu dem auch das Deutsche Werkzeugmuseum mit der Halle Berger gehören.

Gegen die Vergabe der Schieferarbeiten an eine Firma aus dem Sauerland gab es von einem Mitbieter Einspruch. Strittig war, ob es unbedingt notwendig sei, Schiefer aus Deutschland zu verwenden oder ob nicht Schiefer aus Spanien auch seinen Zweck erfülle. „Wir haben uns für deutschen Schiefer entschieden, weil er dem ursprünglichsten Erscheinungsbild am nächsten kommt“, sagt Klein. Zudem verfüge die Firma über Handwerker, die auch in der Lage seien, das Verlegemuster der Schieferplatten an die Wände zu bekommen. Die Einsprüche haben zu einem Verzug von zwei Wochen geführt. Für Klein kein Problem. In zwei Jahren, Ende 2021, soll das Gerüst in Hasten abgebaut sein. Firmen aus dem Bergischen Land erhielten keinen Zuschlag. Der Zimmermann kommt aus Ahaus und der Fensterbauer aus Lemgo.

Das Alter der Fenster des Doppelhauses schätzen Experten auf 250 bis 300 Jahre. Das Holz sei in großen Teilen noch gut erhalten. Doch mit einfachem Abschleifen und Überstreichen kommt man in Hasten nicht zum Ziel. Jedes Fenster wird ausgebaut, in eine Werkstatt gebracht, dort fachgerecht überarbeitet und später wieder eingebaut. Damit wird in diesen Tagen begonnen. „Ein Großteil der Arbeit findet in der Werkstatt statt“, sagt Klein. Der Ausbau der Fenster sei nicht viel schwieriger als der Abbau eines Ikea-Regals. Alles sei mit Holznägeln verzapft. Aber jedes Fenster sei unterschiedlich. Ein Kataster sammelt alle wichtigen Daten und Ansichten.

Die Handwerker schlagen in Hasten alle Schieferplatten von Dach und Fassade ab. Sie stammen aus der Nachkriegszeit. Es existieren keine Dokumente über das Verlegebild der Schieferplatten aus der Ursprungszeit, dem Jahr 1776. Als Orientierung dient den Handwerkern eine Fotografie aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Die Außenfassade soll dann mindestens 130 Jahre halten, heißt es.

Wie es künftig im Inneren des Hauses aussehen soll, darüber gibt es keine ausgereiften Pläne. Beim Innenausbau werde darauf geachtet, sich möglichst viele Optionen offenzuhalten. Fest stehe bisher nur, dass an der Rückseite des Hauses zum Garten hin ein Aufzug eingebaut wird.