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Remscheid: RSV will weiter mit der Stadt verhandeln

Sportplatz Neuenkamp in Remscheid : RSV will weiter mit der Stadt verhandeln

Der RSV-Vorstand soll weiter mit der Stadt über die Zukunft des Sportplatzes Neuenkamp und die Sportanlage am Fürberg verhandeln. Die Delegierten stimmten mit nur einer Gegenstimme dafür.

Am Ende wurde der Antrag mit einer Gegenstimme angenommen. Damit wurde der Vorstand des Remscheider Sportvereins (RSV) von der Delegiertenversammlung, die sich am Donnerstagabend am Fürberg getroffen hatte, damit beauftragt, die Verhandlungen mit der Stadt über ein Thema fortzusetzen, das – wenn die Umsetzung denn wie geplant klappt – zur allgemeinen Win-win-Situation werden könnte.

Es geht zum einen um den Verkauf des RSV-eigenen Sportplatzes Neuenkamp für einen symbolischen Euro an die Stadt, und zum anderen darum, dass die Stadt sich um Fördergelder in Höhe von 2,25 Millionen Euro aus einem Landestopf für Sportstätten in Nordrhein-Westfalen bewerben wird. Davon würden dann 1,5 Millionen Euro für einen Um- und Anbau der Sportanlage am Fürberg fließen. Im August hatte die Stadtverwaltung den Vorschlag an den RSV herangetragen.

Und das mit einem nicht unerheblichen Zeitdruck, wie RSV-Präsident Norbert Tix am Donnerstagabend erklärte. „Wir mussten bis Mitte September einen belastbaren Vorschlag eines Architekturbüros für den Umbau am Fürberg vorlegen. Wir haben dann in Karola Abrahams eine Architektin gefunden, die das in der Kürze der Zeit hinbekommen hat“, sagte Tix. Es habe drei Varianten gegeben, von denen zwei allerdings viel zu teuer gewesen seien, ergänzte der RSV-Vorsitzende Hartmut Bau. „Die dritte ist allerdings mit etwa 1,5 Millionen Euro so teuer, dass wir keine Eigenleistungen hinzufügen müssen“, sagte Bau. Enthalten seien in dem Vorschlag zum einen eine etwa 400 Quadratmeter große Halle mit einem begehbaren Dach sowie ein Fahrstuhl, der von einem der Tennisplätze hoch zum Restaurant Ambiente führe.

Sowohl Bau als auch Tix betonten, dass im Moment noch keine fertigen Verträge vorliegen würden. Somit würde nun auch nicht über die tatsächliche Zustimmung abgestimmt werden, sondern nur über das Mandat für den Vorstand, weitere Verhandlungen zu führen. „Das einzige Problem bei der Sache ist auch, dass wir uns nicht sicher sein können, dass Remscheid die 2,25 Millionen Euro Fördergelder tatsächlich bekommt. Da gibt es natürlich noch Mitbewerber für die insgesamt 47 zu verteilenden Millionen aus dem Fördertopf“, sagte Bau. Was denn in diesem Fall mit dem Sportplatz Neuenkamp sei, der ja für einen Euro verkauft worden sei, wollte ein Delegierter wissen. „Das muss in den Vertrag aufgenommen werden – und es ist auch die Zusage der Stadt: Dann wird das Ganze rückabgewickelt“, stellte Bau klar.

Letztlich sehe es der Vorstand als große Chance für den RSV an. „Wir haben die Möglichkeit, mit diesem Umbau einen Impuls für unsere Vereinsarbeit zu setzen“, sagte Tix und erinnerte dabei an den Neubau der Sportanlage am Fürberg in den 1980er-Jahren, die für einen Aufschwung in der Vereinstätigkeit gesorgt habe. Und tatsächlich gab es auch nur wenige kritische Stimmen unter den rund 50 Anwesenden. Ein Mitglied warf ein, dass man doch die Jahnhalle habe, die nicht ausgelastet sei. „Sie hat aber einen gravierenden Nachteil – man kann dort nicht parken“, sagte darauf Vorstandsmitglied Dennis Bonna.

Ein anderes Mitglied gab zu bedenken, dass man mit den 1,5 Millionen vom Land auch Dinge bauen müsse, die man gar nicht wolle. „Wenn wir den Neuenkamp selbst für dieses Geld verkaufen würden, könnten wir mit dem Geld machen, was wir wollen“, sagte der Mann. Das stimme zwar, sagte Bau. Der RSV-Vorsitzende ergänzte aber im Hinblick auf den Aufzug, auf den sich der Redner bezogen hatte: „Wir müssen Kriterien für die Förderung erfüllen – etwa für Barrierefreiheit zu sorgen. Aber unser Verein wird nicht jünger, der Aufzug ergibt schon Sinn, gerade für ältere Sportler.“ Auch das Argument, dass durch den Bau des Aufzugs einer der drei Tennisplätze im Freien wegfalle, wurde von Bonna widerlegt. „Man kann auch auf zwei Plätzen Wettbewerbe spielen, außerdem haben wir auch noch die Hallenplätze.“ Zudem sei das begehbare Dach der Halle vielseitig nutzbar.

Letztlich brachte eine Frau die allgemeine Stimmung bei der Versammlung, die sich auch im sehr deutlichen Abstimmungsergebnis widerspiegelte, mit diesen Worten auf den Punkt: „Ich finde, das ist eine sehr gute Idee und gut für unseren Verein.“