Remscheid: RSV senkt Preis für Sportplatz

Remscheider Innenstadt : RSV senkt Preis für Sportplatz

Für 1,5 Millionen Euro würde der RSV die Anlage in Neuenkamp an die Stadt verkaufen.

Die Delegiertenversammlung des Remscheider Sportvereins (RSV) hat seine Preisvorstellung für den Verkauf des Sportplatzes Neuenkamp nach unten korrigiert. „Wir haben der Stadt 1,5 Millionen Euro als Summe genannt“, teilte Vorsitzender Hartmut Bau am Dienstag mit. In einem Telefongespräch hatte er zuvor OB Burkhard Mast-Weisz informiert. Der Beschluss der 46 Delegierten aus den 13 Abteilungen des Vereins ist an eine Bedingung geknüpft: Das Gelände muss auch im städtischen Eigentum als Sportplatz langfristig erhalten bleiben, 30 Jahre sind angedacht. Dies würde die sportliche Heimat des BV 1910 sichern.

Der Aschenplatz ist bis zum 30. Juni 2020 vom RSV an die Stadt verpachtet, die ihn wiederum dem BV 1910 zur Nutzung überlässt. Nach 30 Jahren läuft der Vertrag 2020 aus. Der RSV will nun rechtzeitig Planungssicherheit. Die ursprünglich vom Verein genannte Verkaufssumme von 3,6 Millionen Euro war sowohl von Verwaltung als auch Politik für inakzeptabel erklärt worden. Sie spiegelte den Richtwert wider, der für eine gewerbliche Nutzung erzielt werden könnte. Der RSV erreicht mit 1,5 Millionen Euro seine Schmerzgrenze. „Darunter werden wir nicht gehen“, betont Hartmut Bau. Die Summe ist in etwa genauso hoch, wie der Verein in seine weiteren Sportstätten investieren müsste.

Denn am Fürberg existiert erheblicher Sanierungsstau. Das Dach, mit Asbestfasern ausgestattet, muss ersetzt werden. „Allein dieser Posten wird uns 450.000 Euro kosten“, meint Bau. Die Küche im Vereinsrestaurant „Ambiente“ soll raus, der Feuchtigkeit im Gebäude auf den Grund gegangen werden. Undichtigkeiten im Leitungssystem müssen überprüft werden. Die Fensterfront am Eingang muss ausgetauscht werden. Die beiden Hallen-Tenniscourts brauchen neue Böden. Auch der Aufbau eines Aufzugs, um die drei Ebenen zu erreichen, steht auf dem Sanierungsplan.

Die Einfachturnhalle in Neuenkamp will der RSV nicht abgeben. Sie soll mit eigenen Mitteln modernisiert werden. Unter dem Strich würden die 1,5 Millionen Euro in die Vereinsimmobilien investiert. Die Verwaltung kommentierte die 1,5 Millionen nicht. Dezernent Thomas Neuhaus: „Wir werden diese neue Entwicklung erst im Verwaltungsvorstand besprechen.“ Die Verwaltung hatte in den vergangenen Monaten ihre Obergrenze kundgetan: Wenn es zu einem Kauf kommt, hält sie 540.000 Euro für realistisch. Beim BV 1910 ist Geschäftsführer Berthold Fahl erleichtert, dass ein kleiner Schritt nach vorne getan wurde: „1,5 Millionen sind deutlich besser als der Ursprungspreis, bleiben aber eine hohe Hürde.“ Kommenden Montag ist der Sportplatz Thema eines weiteren Gesprächs zwischen Verwaltung und BV 1910. Neben dem Kaufpreis würden in Neuenkamp die Entsorgung von Altlasten und die Umwandlung in Kunstrasen anfallen.

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