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Remscheid: Riesenseeadler "Grobi" aus Falknerei Bergisch Land ist wieder daheim

Nach Krähen-Attacke in Remscheid : Entflogener Riesenseeadler „Grobi“ ist wieder zu Hause

Der von der Falknerei Bergisch Land in Remscheid vermisste Riesenseeadler „Grobi“ ist wieder zurückgekehrt. Der sensible Gigant war von Krähen vertrieben worden und wurde am Freitagabend an der Sengbachtalsperre entdeckt.

Gute Nachricht für alle Tierfreunde: Der entflogene Riesenseeadler „Grobi“ ist wieder in die Falknerei Bergische Land in Remscheid zurückgekehrt. Am Freitagabend entdeckte einer Helferin der Falknerei den Vogel an der Sengbachtalsperre. Sie rief ihre Chefin, Carola Schossow, an, die „Grobi“ anlockte und wohlbehalten wieder zurück in die Falknerei brachte.

Trotz seiner imposanten Größe – mit einer Flügelspannweite von 2,50 Metern ist der Riesenseeadler einer der größten Adler der Welt – ist „Grobi“ ein empfindsamer Zeitgenosse. Offenbar wurde er von aggressiven Krähen aus seinem Revier vertrieben. Vermisst wurde der fünf Jahre alte Vogel seit Mittwoch.

Seeadler "Hope" ist wieder zu Hause

„,Grobi’ ist sehr sensibel“, sagt Karsten Schossow, der die Falknerei gemeinsam mit seiner Frau im Ortsteil Grüne betreibt. 46 Vögel, darunter drei Riesenseeadler, sind dort zuhause. Immer wieder flüchten oder verirren sich Tiere. Vor einem Jahr hatte die Flucht des Riesenseeadler-Weibchens „Hope“ für Schlagzeilen gesorgt – der Adler kam aber wohlauf wieder zurück.

Auch „Grobi“ hatte schon einmal das Weite gesucht, ist aber wieder zurückgekehrt. Nach der Krähen-Attacke am Mittwoch hatte sich Schossow jedoch große Sorgen gemacht: „Die Krähen werden immer aufdringlicher, sie wollen ihr Revier verteidigen“, sagt er. Anders als beispielsweise Steinadler gelten Riesenseeadler als besonders schreckhaft. „,Grobi’ ist während seines Freifluges auf einmal durchgestartet“, berichtete Schossow, fünf oder sechs Krähen hätten ihn verfolgt.

Zwischenzeitlich wurde „Grobi“ in Remscheid gesichtet, dann bei Obi in Wermelskirchen – und an der Großen Dhünntalsperre. Außerdem soll er am Donnerstagabend in Burscheid gesehen worden sein. „Riesenseeadler sind Fischfresser. Von ihnen geht keine Gefahr aus“, sagte Karsten Schossow. Er setzte seine Hoffnung darauf, dass Bürger, die den Adler gesichtet hatte, sich bei der Falknerei melden würden.

Der Riesenseeadler hat einen auffällig gelben Schnabel und einen weißen Schwanz. Der Körper ist dunkel gefärbt. Der Adler ist speziell trainiert, hat auch schon an Flugvorführungen teilgenommen. „Die Kunst der Falknerei ist es, dass die Tiere nach ihrem freien Flug wieder von selbst zurückkehren“, sagt Schossow. Grundsätzlich hätte „Grobi“ den Rückweg auch ohne Hilfe schaffen können. Wenn ein Adler aber weit entfernt sei, werde es fraglich, ob er ohne Hilfe zurückfinden könne. Allerdings sei es auch schon vorgekommen, dass ein Riesenadler nach zwei Wochen plötzlich wieder da gewesen sei.