Remscheid: Rettungshelfer aus Leidenschaft

Ehrenamt in Remscheid : Rettungshelfer aus Leidenschaft

Ron Rottschy arbeitet als ehrenamtlicher Rettungshelfer beim Deutschen Roten Kreuz. Schon mit 13 Jahren half er als Schulsanitäter.

Ron Rottschy ist ehrenamtlicher Rettungshelfer beim Deutschen Roten Kreuz. Sein Ehrenamt füllt er seit acht Jahren mit Leidenschaft aus, investiert viel Zeit in Dienste, Aus- und Weiterbildungen. Was den 22-Jährigen bewegt und immer wieder aufs Neue motiviert, ist in der Not für andere da zu sein. Das war ihm schon als Jugendlicher klar.

Den Weg zum Deutschen Roten Kreuz fand der 22-Jährige bereits als Schüler. An der Sophie-Scholl-Gesamtschule meldete er sich für den Schulsanitätsdienst. „Ich war 13 Jahre alt und musste, um als Schulsanitäter mitzumachen, einen Erste-Hilfe-Kurs beim DRK absolvieren“, erinnert sich Rottschy: „Darüber kam ich dann zum Jugendrotkreuz.“ Das Interesse für medizinische Hilfeleistung stand zu Beginn seiner Tätigkeit im Vordergrund. „Dass ich ehrenamtlich irgendwo mithelfen wollte, hat sich später entwickelt.“ Als Schulsanitäter half er Mitschülern bei kleineren und größeren Verletzungen. „Meistens waren das Kleinigkeiten, Kopfschmerzen oder kleinere Sportverletzungen.“ Zeitgleich tauchte der damals 13-Jährige in die Gemeinschaft des Jugendrotkreuzes ein. „In der Jugendorganisation fährt man natürlich keine Einsätze, da geht es vielmehr um die Gemeinschaft. Man wird spielerisch in die Tätigkeit eingeführt.“

Mit 16 Jahren wechselte er allerdings zu den „Großen“ in die Bereitschaft. Das ist die Abteilung des DRK, die der Bevölkerung am häufigsten über den Weg läuft: „Die von der Bereitschaft sind diejenigen, die bei Stadtteilfesten oder Veranstaltungen wie Housepark oder Parkfood dabei sind und helfen, wenn es nötig ist“, erklärt Rottschy. Der angehende Kfz-Mechatroniker hätte es sicherlich dabei belassen können, doch er ließ sich weiter ausbilden, absolvierte mit der Volljährigkeit den Lehrgang zum Rettungshelfer. „Vorausgesetzt wird dafür nur die Ausbildung als Sanitäter, die ich allerdings schon als Schulsanitäter mitbrachte.“

Der Lehrgang beinhaltet 160 Stunden, eine staatliche Prüfung und ein Praktikum über 80 Stunden im Rettungswagen. In dieser Zeit kam Rottschy erstmals auch mit den wirklich ernsten Notfällen in Kontakt: „Herzinfarkt, Schlaganfall und auch eine Reanimation habe ich in dieser Zeit miterlebt.“ Schön seien solche Situationen sicherlich nicht. „Aber dafür werden wir ausgebildet und vorbereitet.“

Mittlerweile ist Rottschy, seinen Interessen folgend, in den technischen Bereich gewechselt, ist Gruppenführer im Betreuungsdienst und dort speziell für Technik und Sicherheit zuständig. Zu seinen Aufgaben gehöre es, die Infrastruktur bei Einsätzen sicherzustellen. „Ich kümmere mich etwa darum, dass unsere Kollegen vor Ort mit Strom versorgt werden.“ Rottschy sorgt dafür, dass seine Kollegen mit den nötigen Mitteln versorgt sind, um arbeiten zu können. „Das DRK bietet viele unterschiedliche Bereiche. Da ist für jeden etwas dabei“, ist Rottschy überzeugt. Ihm persönlich mache die Gemeinschaft große Freude. „Das DRK ist wie eine große Familie.“

Manchmal, erzählt der 22-Jährige, gebe es Menschen, die Helfer anpöbeln. „Meist im besoffenen Kopf.“ Schön sei das zwar nicht, schrecke ihn aber auch nicht davon ab, sein Ehrenamt weiter auszuüben. „Dafür überwiegen die positiven Erfahrungen einfach viel mehr.“ Denn, dass sich Menschen für die Hilfe der Retter bedanken, passiere auch, wenn auch wohl zu selten. Rottschy würde sich über Zugänge freuen: „Unsere Gesellschaft würde ohne Ehrenamt nicht existieren.“