Remscheid: Reinemachen im Schmuddel-Parkhaus

Stadt Remscheid macht Druck : Reinemachen im Schmuddel-Parkhaus

Bis zur Eröffnung des Kinos gegenüber des Remscheider Bahnhofs sollen der Parkhaus-Aufzug repariert und die Schmierereien entfernt werden.

Der Fahrstuhl zu den sieben Parkdecks am Hauptbahnhof ist immer noch gesperrt. An den verschlossenen Glastüren weisen Schreiben auf die unbekannten Verursacher hin: „Aufgrund von blinder Zerstörungswut ist dieser Aufzug einmal mehr nicht benutzbar.“ Mit dem Abschluss der Reparatur sei nicht vor Ende September zu rechnen, teilt die Stadt darauf mit. Auch einen Monat später funktioniert der Lift in der Park-and-Ride-Stätte nicht.

Mittlerweile drängt die Zeit. Mitte Dezember wird das Multiplex-Kino gegenüber eröffnen. Bis dahin muss das Parkdeck vorzeigbar sein. 91 der insgesamt 231 Stellplätze wurden für das Lichtspielhaus abgelöst. Die Stadt als Eigentümer muss deshalb Fördermittel an das einst im Rahmen des öffentlichen Nahverkehrs bezuschusste Projekt zurückzahlen. Insgesamt geht es um mehr als 300.000 Euro.

Nun wird Druck gemacht: „Unsere Deadline ist Ende November. Bis dahin soll alles auf Vordermann gebracht sein“, erklärt der städtische Gebäudemanager Thomas Judt. Erste Maßnahme wird sein, die Ablaufrinnen mit Schutzgittern zu versehen. „Denn in der Vergangenheit sind diese immer wieder verstopft worden.“Mindestens ebenso bedeutsam wird der Rest der Arbeiten werden. Das an den Bahngleisen erbaute Parkhaus ist als „Saustall“ in Verruf geraten, in das uriniert wird und in dem Exkremente hinterlassen werden. Das Treppenhaus riecht deshalb übel. Die Aufgänge und Türen sind voller Schmierereien, auch mit Vandalismus hat die Stadt immer wieder zu kämpfen.

In einem ersten Schritt wurde die Sicherheitsfirma MSS beauftragt, Tag und Nacht zu kontrollieren. Insgesamt ist es besser geworden, der Gestank im Treppenhaus hält sich jedoch hartnäckig. Mit einer Reinigungsfirma ist die Stadt im Gespräch. Säuberung ist in dem offenen Parkhaus schwierig, weil es an einem Wasseranschluss fehlt und auch keinen Anschluss an den Schmutzwasserkanal hat.

Für den defekten Aufzug sind die Ersatzteile bestellt worden. Die Wände werden hell gestrichen, die Kritzeleien überpinselt. Gedacht wird an eine Versiegelung mit Graffitischutz. „Ziel ist es, ein vernünftiges Ambiente zu schaffen, ohne das die Kinobesucher Ekelgefühl bekommen“, erklärt Thomas Judt. Die Schäden zahlt die Allgemeinheit. 200.000 Euro stehen im Haushalt als Rückstellung für Instandsetzung und Reinigung bereit.

Auf die erste Hälfte soll nach einem Ratsbeschluss zeitnah zurückgegriffen werden können, damit die nötigsten Ausbesserungen noch vor der Eröffnung abgeschlossen werden. Weitere 100.000 Euro sollen 2019 eingesetzt werden, um zum Beispiel die Betonbeschichtung auf den oberen Parkdecks zu erneuern.

Die Stadtverwaltung hatte zwischendurch überlegt, die Decks nachts zu schließen, den Gedanken aber wieder verworfen. Durch die Taktung der Züge, aber auch durch Spätvorstellungen in den sechs Kinosälen hätte der Aufwand keinen Sinn ergeben, stellt Judt fest. “

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