Remscheid: Rat soll bei Sparkassen-Strategie mitreden

Politik in Remscheid : Rat soll über Strategie der Sparkasse mitreden

Strategische Entscheidungen der Stadtsparkasse Remscheid sollen zukünftig zunächst im Stadtrat diskutiert werden, bevor sie im Anschluss im Verwaltungsrat der Stadt endgültig verabschiedet werden. Das fordert die Wählergemeinschaft (W.i.R.) in einem Antrag für die Ratssitzung am 26. September.

Gleich zwei Gründe nennt die Wählergemeinschaft für dieses geänderte Vorgehen. So habe der Verwaltungsrat der Sparkasse das überraschende Ausscheiden von Vorstandschef Frank Dehnke im Sommer nicht dazu genutzt, um die Zahl der Vorstandsmitglieder von drei auf zwei zu reduzieren. Zuvor sei im Verwaltungsrat dagegen „ein schwerer Einschnitt in das Filialnetz und damit in die physische Erreichbarkeit der Stadtsparkasse beschlossen“ worden, schreibt die W.i.R in der Begründung. Der Rat sei über diese Entscheidungen erst nachträglich informiert worden.

Die W.i.R. nimmt dabei Bezug auf die bereits vollzogene Schließung der Geschäftsstelle in Vieringhausen sowie die anstehende Schließung der Selbstbedienungs-Geschäftsstellen in Bliedinghausen, Honsberg, Kremenholl, Hasenberg und im Untergeschoss des Allee-Centers. Fazit der Wählergemeinschaft: „Während am Service für die Bürger fröhlich gespart wurde, wurde diese Möglichkeit bei Vorstand verpasst, was WiR für die Kunden der Sparkasse für schwer vermittelbar halten“.

Die Wählergemeinschaft untermauert ihren Antrag mit Zahlen. Von den acht Sparkassen in NRW mit einer Bilanzsumme in der Größenordnung der Sparkasse Remscheid (zwischen 1,5 und 1,9 Milliarden Euro) habe immerhin die Hälfte nur zwei Vorstandsmitglieder, die andere habe eine Dreierspitze.  Nirgendwo in NRW gebe es eine Sparkasse, die weniger Personal in ihren Filialen einsetze.

Die W.i.R. lenkt damit auch den Blick auf die Doppelrolle jener Ratsmitglieder, die von ihren Fraktionen in den Verwaltungsrat der Sparkasse entsandt werden. Sie treffen dort oft weitreichende Entscheidungen, die sie mit ihrer jeweiligen Fraktion offiziell aber nicht rückkoppeln dürfen. Sie verpflichten sich, dass Wohl der Bank im Auge zu haben. Das führte bei der Diskussion über die – zu diesem Zeitpunkt bereits beschlossene Schließung der Filialen in der Ratssitzung Ende September 2018 zu der skurillen Situation, dass Ratsmitglieder etwa der SPD die Sparkasse für Entscheidungen heftig kritisierten, die ihre Fraktionskollegen ohne ihr Wissen wenige Tage zuvor schon längst abgesegnet hatten.

Die Wählergemeinschaft ist nicht in diesem Zwiespalt. Als Ratsgruppe (zwei Mitglieder) steht ihr kein Posten im Verwaltungsrat der Sparkasse zu.

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