Remscheid: Radfahrer äußern Wünsche und Kritik

Verkehr in Remscheid : Radfahrer äußern Wünsche und Kritik

Bei einem Bürgerdialog im kleinen Sitzungssaal des Rathauses wurden Wünsche und Kritik entgegengenommen. Parallel ist bei der Veranstaltung das Radverkehrskonzept der Stadt diskutiert worden.

Das Fahrradfahren ist in Remscheid zuweilen nicht einfach. Kein Wunder bei über 280 Metern Höhenunterschied zwischen dem tiefsten und höchsten Punkt der Stadt. Trotzdem macht sich die Stadtverwaltung – hier besonders der Fachdienst Stadtentwicklung, Wirtschaft und Liegenschaften im Verbund mit der Verkehrsplanung – viele Gedanken, um den etwas mehr als zwei Prozent Remscheider Bürgern, die regelmäßig mit dem Rad unterwegs sind, das Leben im Stadtgebiet zu erleichtern.

Bei einem Bürgerdialog am Montagabend im kleinen Sitzungssaal des Rathauses wurden Wünsche und Kritik der 40 Besucher entgegengenommen. Parallel ist das Radverkehrskonzept der Stadt diskutiert worden. Zwei Tagesordnungspunkte standen im Mittelpunkt des Abends: Die Verlängerung der Balkantrasse bis nach Lüttringhausen war der erste. Burkhard Fey, Abteilungsleiter der Verkehrsplanung, stellte den gutachterlichen Vorschlag für die Verlängerung der Balkantrasse inklusive einer Alternativroute vor.

Der Wunsch der Fahrradfahrer, die Trasse nach Möglichkeit nahe an den vorhandenen Eisenbahngleisen vorbeiführen zu lassen, wurde weitgehend berücksichtigt. „Sozusagen eine Art drittes Gleis“, sagte Burkhard Fey. Die Vorschläge des Gutachters fanden nicht den einhelligen Beifall der Fahrradfahrer. „Warum führt man die Trasse nicht unter der Brücke an der Diepmannsbacher Straße entlang?“ wurde gefragt, „die ist gerade neu gebaut worden und hält sicher noch 100 Jahre.“ Auch wurde beklagt, dass die Stadt, um die angedachte Verlängerung der Balkantrasse realisieren zu können, Grundstücke kaufen müsse, deren Erwerb keineswegs gesichert sei. „Es ist eine Frage, was die Stadt will. Will sie, wie die vorgeschlagene Route erwarten lässt, eine Strecke für Touristen initiieren oder will sie ein Mobilitätskonzept?“ Diese Frage erhitzte die Gemüter und es ergab sich eine lebhafte Diskussion über Sinn und Unsinn der vom Gutachter vorgeschlagenen Strecke.

Es wurden viele Anregungen von der Stadtverwaltung für die weitere Bearbeitung aufgenommen. „Ich will schnell von A nach B“, sagte eine der wenigen Frauen, die die Veranstaltung besuchten, „und ich sehe den Grund nicht, warum immer die Radfahrer diejenigen sein sollen, die Umwege fahren. Warum können die Autofahrer das nicht?“ Christina Kutschaty, Leiterin des Fachdienstes Stadtentwicklung, sagte: „Der Gutachter hat schon gut geplant. Ob das wirklich so kommt, entscheidet der Stadtrat.“

Das weitere Thema war die Anbindung der Balkantrasse an die Innenstadt. Der Schwerpunkt der Diskussion war die Frage, ob man so eine Trasse wirklich bauen oder den Radfahrern weiter zumuten wolle, sich mit dem immer gefährlicher werdenden Straßenverkehr auseinanderzusetzen. Oliver Neugebauer, technischer Sachbearbeiter im Bereich der Stadtplanung, erklärte: „Wir wollen schon“, sagte er, „aber das geht natürlich nicht von heute auf morgen.“ Er verwies auf die 100.000 Euro, die pro Jahr für den Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur zur Verfügung stehen. „Angesichts eines Volumens von ein paar Millionen ist das nicht viel.“ Auch zu diesem Punkt ergaben sich Änderungsvorschläge. Es wurde ein Signal eingefordert, das den Radfahrern sage: „Wir nehmen euch ernst.“