Remscheid: Radarfallen lösen 61.000 Mal aus

Remscheid : Radarfallen lösen 61.000 Mal aus

Den Großteil der Verstöße in Remscheid hat der kommunale Ordnungsdienst festgestellt.

Bis Ende November sind Autofahrer im vergangenen Jahr in Remscheid rund 61.000 Mal geblitzt worden. So oft lösten die Radarfallen von kommunalem Ordnungsdienst und Polizei aus, weil Autofahrer zu schnell unterwegs waren. 2017 registrierten die Behörden rund 73.000 Verstöße. Um wie viele Kilometer pro Stunde die Fahrzeuge zu schnell waren – dazu gibt es keine Zahlen.

Die Geschwindigkeit darf das Ordnungsamt nicht an jeder Stelle messen. „Grundsätzlich aber an Kitas, Schulen und Altenheimen“, erklärt Daniel Pfordt, Abteilungsleiter Straßenverkehrsangelegenheiten. Auch an festgelegten Gefahrenstellen positionieren sich die Mitarbeiter des kommunalen Ordnungsdienstes mit den drei Radarwagen. Fest installierte Geräte stehen außerdem an Unfallschwerpunkten oder wurden, wie an der Lenneper Straße, aus Lärmschutzgründen aufgestellt.

Von den 61.000 geblitzten Fahrzeugen hat die Polizei 2000 registriert. Das Gros der Verstöße hat der kommunale Ordnungsdienst festgestellt. „Die erfassten Geschwindigkeitsverstöße stellen Bruttoeinnahmen von circa 1,6 Millionen Euro dar“, sagt Pfordt. Aber etwas weniger Geld wird in die Stadtkasse fließen. Abzuziehen seien von den 1,6 Millionen Euro nicht nur Einsatzfahrten von Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr, sondern auch die Fälle, die vor Gericht entschieden werden. „Hier gehen die Bußgelder der Gerichtskasse zu“, sagt der Abteilungsleiter. Das Geld, das schließlich in der Stadtkasse landet, ist nicht zweckgebunden.

„Unser Ansatz ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Geld einnehmen steht nicht im Vordergrund“, sagt Pfordt. In den Morgenstunden ginge es vor allem darum, die „schwachen Verkehrsteilnehmer“ zu schützen. Deswegen stünden die Mitarbeiter häufig an Schulen. „2018 sind wir unter anderem in Vieringhausen besonders aktiv gewesen, wo Tempo 30 neu eingerichtet wurde“, sagt Pfordt. Dort befindet sich außerdem ein Altenheim. „Wir sind von Anwohnern angesprochen worden, dass viele Fahrzeuge deutlich zu schnell unterwegs seien“, sagt Pfordt. An dieser Stelle überwache man die Geschwindigkeit nun regelmäßig und hoffe, dass sich dadurch die Autofahrer eher an die neue Geschwindigkeitsbegrenzung halten.

„Mehrmals wöchentlich melden sich Anwohner und weisen darauf hin, dass in ihrer Straße zu schnell gefahren werde“, berichtet Pfordt. Aufgrund dieser Beobachtung, die subjektiv sei, würde der Ordnungsdienst aber noch keinen Radarwagen positionieren. Der Abteilungsleiter erklärt das Vorgehen: „Es werden Seitenradarmessungen gemacht, die zwei Werte erfassen: den Fahrzeugtyp und die gefahrene Geschwindigkeit.“ Geblitzt werden Temposünder allerdings nicht. Errechnet wird unter anderem der sogenannte V-85-Wert, der angibt, wie schnell 85 Prozent der Fahrzeuge unterwegs waren. Pfordt macht ein Beispiel: Liegt dieser Wert bei erlaubten Tempo 30 bei 34 Kilometern pro Stunde, werde die Behörde nicht unbedingt aktiv. Liege dieser Wert bei etwa 45 Kilometern pro Stunde würde auf jeden Fall geprüft, an welcher Stelle ein mobiler Messstandort eingerichtet werden kann.

Die Standorte für die Radaranlagen müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Nicht jedes Messgerät kann etwa direkt hinter einer Kurve messen. Oder es kann erst in einer bestimmten Entfernung zu dem Verkehrsschild stehen, das dem Autofahrer die erlaubte Höchstgeschwindigkeit anzeigt.

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