Konflikt bei Visite in Remscheid Tannenhof-Patientin greift Ärzte mit Messer an

Remscheid · Eine Patientin der Tannenhof-Klinik attackierte am Dienstag eine Ärztin und einen Arzt mit einem Messer. Beide erlitten schwere Stichverletzungen in der Brust.

 Die Stiftung Tannenhof ist eine Klinik für Psychiatrie.

Die Stiftung Tannenhof ist eine Klinik für Psychiatrie.

Foto: Jürgen Moll

Mit einem „spitzen Gegenstand“ habe eine Patientin des Tannenhofs einen ärztlichen Mitarbeiter sowie eine Mitarbeiterin am Dienstag attackiert und verletzt. Das sagte der kaufmännische Leiter der Klinik Dietmar Volk auf Redaktionsanfrage. Auch der zuständige Staatsanwalt Heribert Kaune-Gebhardt bestätigte einen entsprechenden Vorfall in der psychiatrischen Einrichtung.

„Die Person befand sich in einem Gespräch mit der ärztlichen Leitung, als sich der Vorfall ereignete“, sagte Volk. Während des Gespräch sei es zu einer Meinungsverschiedenheit zwischen den Beteiligten gekommen. Daraufhin sei es zu dem gewaltsamen Übergriff gekommen, so der Direktor weiter.

Eine Mitarbeiterin und einen Mitarbeiter des Tannenhofs verletzte die Patientin mit dem spitzen Gegenstand. Staatsanwalt Kaune-Gebhardt ergänzte, dass es sich hierbei um ein Messer gehandelt hat. „Die beiden Ärzte erlitten gravierende Stichverletzungen im Brustbereich“, erklärte er. Volk: „Beide Verletzten mussten ärztlich versorgt werden, befinden sich aber nicht in Lebensgefahr.“ Auch der Staatsanwalt bestätigte, dass sich die Geschädigten auf dem Weg der Genesung befänden. Die verletzte Mitarbeiterin sei laut Volk aber nach wie vor in ärztlicher Behandlung.

Aktuell ermittele die Staatsanwaltschaft, ob es sich bei dem Übergriff um eine Straftat handele oder ob die Tat auf den psychischen Gesundheitszustand der Patientin zurückzuführen sei, so Kaune-Gebhardt: „Die Person wurde kurz durch einen Psychiater untersucht und es gibt Anhaltspunkte dafür, dass sie sich im Zustand einer Psychose befand.“

Deshalb sei es wahrscheinlich, dass nach einer Untersuchung des Falls für die Täterin eine Unterbringung in einer Psychiatrie folge. Darüber müsse derzeit noch ein Richter entscheiden, so Kaune-Gebhardt.

Im Laufe der Ermittlungen sei es vermehrt zu Unstimmigkeiten bezüglich des Geschlechts der Patientin gekommen, so der Staatsanwalt weiter. Der Grund sei eine Geschlechtsanpassung von männlich zu weiblich in den Ausweisdokumenten der Patientin gewesen. Auch der Klinikleiter wollte sich nicht eindeutig zum Geschlecht der Patientin äußern. Die Staatsanwaltschaft empfahl dementsprechend eine weibliche oder geschlechtsunspezifische Anrede.

Grundsätzlich seien solche Übergriffe in der Klinik eher eine Ausnahme, betonte Volk: „Unsere Mitarbeiter sind alle in der Deeskalation geschult und haben entsprechende Weiterbildungen absolviert.“ Dass Konflikte eskalieren, lasse sich aber nicht zu hundert Prozent verhindern. „Grundsätzlich ist das bei uns wie in jedem anderen Krankenhaus auch, es gibt leider immer mal wieder Übergriffe gegenüber dem Personal. Wir versorgen hier Menschen, die sich teils in schweren psychischen Ausnahmesituationen befinden. In den meisten Fällen funktioniert das ohne Zwischenfälle“, betonte er.

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