Remscheid pflegt sechs Städtepartnerschaften

Von der Slowakei nach England : Remscheid pflegt sechs Städtepartnerschaften

Der Empfang des Vereins Remscheid-Presov fand gestern statt. Der Kontakt in die Slowakei besteht seit dem Jahr 1989.

Die sechs Städtepartnerschaften Remscheids leben. Auch 2018 wird der Austausch gepflegt. Das erste offizielle Ereignis fand gestern im Werkzeugmuseum statt: der Vereinsempfang Remscheid-Presov. Für ein gemeinsames Auftreten der Städtepartnerschaftsvereine am 9. September beim Tag der Vereine macht sich der Städtepartnerschaftsverein Presov (Ostslowakei) stark.

Udo Dalitz, seit einem Jahr Vorsitzender, warb für seine Idee beim Empfang. Der Verein war 2003 gegründet worden, um die seit 1989 bestehenden Bande mit Leben zu erfüllen. Bürger besuchen sich wechselseitig, der Verein sorgt für die Unterkunft der slowakischen Gäste bei Privatleuten. Der jährliche Schüleraustausch wird unterstützt und die Semesterarbeit von Studenten aus Presov in Remscheid. Die nächste Fahrt nach Presov ist für 2019 geplant. Erste Zusagen für einen Infostand am Tag der Vereine seien eingegangen, so Dalitz.

Auch die seit 28 Jahren bestehende Partnerschaft mit dem sächsischen Pirna ruht nicht. Seit dem Hochwasser 2002 besucht das Komitee Remscheid-Pirna unter Vorsitz von Thea Jüttner jährlich die Stadt an der Elbe. "Der Austausch zwischen West und Ost ist wichtiger denn je", sagt Jüttner. Mit insgesamt 70 Remscheidern reist der Verein in der ersten Juli-Woche ins Elbsandsteingebirge. Alle Teilnehmer werden vom Ex-OB Pirnas, Hans-Peter Bohrig, empfangen. Die Gäste besuchen neben den schönsten Ecken Pirnas die Sächsische Schweiz und Dresden.

Die älteste Liaison ist die mit den Franzosen in Quimper, die bis 1971 zurückreicht. Der Verein zählt über 300 Mitglieder. Der sportliche Wettstreit hat es Deutschen und Franzosen angetan. "Neun Remscheider reisen im März zum Halbmarathon und 10-Kilometer-Lauf nach Quimper", sagt Vorstandsmitglied Bernd Fiedler. Zum Röntgenlauf rechnen die Quimper-Freunde mit Zusagen aus der Bretagne. Über Christi Himmelfahrt werden 45 Franzosen erwartet, die hier in Familien unterkommen. "Wir besuchen das Haus der Geschichte in Bonn", so Vorsitzende Claudia Nast.

Zur Bürgerreise im Herbst nach Frankreich haben 50 Remscheider zugesagt. Bei Caen besuchen die sie die Schauplätze des "D-Days", der Landung der Alliierten. "Die deutsch-französischen Städtepartnerschaften trugen zunächst zur Versöhnung beider Länder bei. Wer sich gegenseitig kennt, räumt schneller Ressentiments aus dem Weg", betont Nast.

Frisch ist die Partnerschaft mit Ashington/Newbiggin by the Sea in England. 2016 wurde sie beurkundet, einen Verein um den Vorsitzenden Christian Günther gibt es auch. Stadtdirektor Sven Wiertz kündigt die zweite Jugendreise an. Im Sommer geht los - mit elf Kindern und vier Betreuern. Die Fahrt ist ausgebucht. Insgesamt, so Wiertz, "erlebt Großbritannien eine Renaissance bei Jugendlichen". Die Briten waren bereits in Remscheid.

Ein zartes Pflänzlein ist der Austausch mit dem türkischen Kirsehir. 2015 ins Leben gerufen, verspricht OB Burkhard Mast-Weisz, die Kontakte nach Zentralanatolien nicht einschlafen zu lassen. Anfang Februar hat er sich am Rande eines Kirsehir-Treffens in Dortmund mit seinem Amtskollegen Yasar Bahçeci ausgetauscht. "Wir bekommen zwar aufgrund der angespannten Situation keine politische Delegation zustande, ich werde aber Ende Juni mit dem Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins, Hartmut Demski, in die Türkei zum Arbeitstreffen fliegen", so der OB.

(RP)
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