Remscheid: Parkhaus ist plötzlich blitzeblank

Parkhaus in Remscheid: Plötzlich blitzeblank

Das Parkhaus am Hauptbahnhof ist pünktlich zur Kino-Eröffnung gereinigt worden. Das Treppenhaus und die Parketagen sind sauber, die üblen Gerüche beseitigt. Die Arbeit hat eine fünfstellige Summe gekostet.

„Parkhaus soll Ende November glänzen“, stand Ende Oktober in der Zeitung. „Wenn man uns das Geld gibt, machen wir das auch“, sagte Thomas Judt, Leiter des Remscheider Gebäudemanagements. Man dürfe nicht übersehen, dass solche Maßnahmen natürlich auch erhebliche Kapazitäten seines Fachdienstes bänden.

Gleichwohl ist er froh, dass die Zusage „Ende November“ tatsächlich eingehalten werden konnte. „Wir haben alles geschafft“ – vorwiegend in Vergabe an heimische Unternehmen bis auf die Angelegenheiten, die über laufende Verträge geregelt sind. Das Treppenhaus und die Parketagen sind gereinigt und die üblen (Urin-)Gerüche beseitigt worden.

Der Aufzug ist instandgesetzt und gereinigt, die Wände sind gereinigt und neu gestrichen worden. Dasselbe widerfuhr dem Treppenhaus. Alles ist erledigt und werde weiterhin von einem patrouillierenden Wachdienst beobachtet. Es wäre natürlich schwer erträglich, wenn sich düstere Gestalten sogleich wieder an die unselige „Arbeit“ machten und den Zustand gleich wieder nachteilig verändern würden.

Stichwort Schmierereien und Schmutz. Das täte Thomas Judt auch insofern weh, als er sich für Remscheid freut, dass es wieder ein Kino hier gibt – und das auch noch in unmittelbarer Bahnhofsnähe, also verkehrstechnisch ideal für Interessierte aus anderen Städten sowie aus Lüttringhausen und Lennep.

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Wenn sich wieder Schmutzfinken ans Werk begäben, würde die Stadt nicht zögern, auch die Polizei einzuschalten, sagte der Gebäudemanagementchef im Gespräch. Denn auch wenn er die Abrechnungen in der Kürze der Zeit noch nicht auf dem Tisch habe – eine fünfstellige Summe sei da durchaus zusammengekommen für die Gesamtrechnung der Instandsetzung. So rechtzeitig, dass das Park&Ride-Parkhaus wieder glänzt anlässlich der Einweihung des Kinos am 12. Dezember. Der Bauausschuss hatte am 6. November ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen, darunter auch den beschriebenen Wand- und Deckenanstrich als Sofortpaket. Allein dafür – für die Reparatur des Aufzugs sowie für die Spezialreinigung, um den Uringestank aus dem Treppenhaus loszuwerden – hatte die Stadtverwaltung im Vorfeld knapp 50.000 Euro an Kosten ermittelt sowie 47.700 Euro an jährlichen Folgekosten.

Mit diesem Geld sollen zusätzliche Einsätze der Technischen Betriebe Remscheid (TBR), Reinigungsfirma und Sicherheitsdienst finanziert werden. Lediglich Fritz Beinersdorf (Linke) hatte im Bauausschuss dagegen gestimmt – er empfindet, dass der Kino-Investor ja bereits das Grundstück zu einem exquisiten Sonderpreis habe erwerben können.

Bezirksbürgermeister Otto Mähler (SPD) entgegnete, dass ein properes Parkhaus allen Remscheidern zugutekomme. Und Rosemarie Stippekohl (CDU) hatte im Ausschuss die Hoffnung formuliert, dass durch die Kinobesucher mehr Sozialkontrolle im Parkhaus herrsche.

Mähler freut sich über die Tatsache, dass die Reinigung rechtzeitig hat abgeschlossen werden können – betonte aber am Montag im Gespräch noch einmal, dass die Forderung nach einem funktionsfähigen und gepflegten Park&Ride-Gebäudes nicht erst seit dem Kino im Raum stehe. Er sei gespannt, was die Prüfung ergebe, ob die Stadt auf den einzelnen Parkebenen Werbeflächen verkaufen und damit einen Beitrag auf der Einnahmenseite werde verbuchen können.

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