Remscheid: Oktoberfest brummt auch am Bahnhof

Lennep : Oktoberfest brummt auch am Bahnhof

Die Erfolgsveranstaltung des Verkehrs- und Fördervereins Lennep zieht wieder Tausende Besucher an. Der neue Standort bedeutet mehr Arbeit und sorgt zudem für einige Änderungen im Zelt.

Zeugen einer bajuwarischen Invasion in Lennep wurden am Wochenende 3500 Besucher des diesjährigen 15. Oktoberfestes in der Röntgenstadt. Der neue Standort, der einen deutlich höheren logistischen Aufwand für den veranstaltenden Verkehrs- und Förderverein Lennep bedeutet, wurde von den Besuchern positiv angenommen.

Rund um den Lenneper Bahnhof brach am Wochenende der bayrische Karneval aus. Überall liefen fein herausgeputzte Menschen in Lederhose und Dirndl herum. Ihr Ziel: das große Festzelt mitten auf der Robert-Schumacher-Straße. Von dort aus strömte bereits am frühen Abend lautstarke Partymusik mit dumpfen Bässen nach draußen. Im Inneren der Partyhochburg kochte die Stimmung und die Temperaturen stiegen. Männer in karierten Hemden und kurzen Lederhosen standen Arm in Arm auf den Bierbänken, prosteten sich mit gut gefüllten Maßkrügen zu. Die zahlreichen Frauen hatten sich ebenfalls in Schale geworfen, tanzten oder standen beisammen, in den zum Anlass passenden Dirndl-Trachten.

Für die bergisch-bayrische Gaudi am neuen Standort, musste die Straße zwischen Bahngleisen und Rewe teilgesperrt werden, was die Festzeltbesucher eher weniger beunruhigte. „Mir ist es egal, wo das Zelt steht, Hauptsache innen drin geht eine ordentliche Party ab“, bemerkte Patrick (32), ein gut aufgelegter Besucher. Alina (24) und Sara (28) äußerten sich positiv über den neuen Standort. „Ich finde es jedes Jahr toll im Zelt, aber dieses Jahr ist es besser organisiert“, sagte Alina. Vor allem die Toiletten, für deren Besuch man sich diesmal nicht durch den Raucherbereich kämpfen musste, gefiel den Freundinnen. „Die Wiesn sind nicht so geil wie das Oktoberfest in Lennep“, bemerkte Ani (25). Einziger Kritikpunkt der Frauen, war die Position der Bühne, die diesmal nicht am Ende des Zeltes, sondern mittendrin stand. „Da hat man nicht von allen Seiten des Zeltes einen guten Blick drauf“, sagte Alina.

Tatsächlich brachte der neue Standort Neuerungen im Zelt mit sich: Die Größe blieb laut Veranstalter in etwa gleich: Auf gut 2600 Quadratmetern wurde gefeiert. „Durch die Gegebenheiten ist das Zelt diesmal nicht so breit gebaut, dafür länger“, erklärte der Vereinsvorsitzende Klaus Kreutzer.

Diese Bauweise habe dazu geführt, dass die Bühne mittig im Zelt platziert wurde. Für eine bessere Akustik mussten mehr Lautsprecher aufgebaut, mehr Kabel verlegt werden. Im Außenbereich musste unter anderem auf die Hochspannungsleitungen über dem Festzelt geachtet werden. „Alle Leitungen müssen dadurch geerdet werden“, erklärte Kreutzer. Und auch der Aufbau wurde durch die Lage erschwert. „Statt wie bislang das Zelt von vier Seiten aus aufzubauen, ging es hier durch die Sperrung durch den EWR-Zaun auf der einen und der Trasse auf der anderen Seite nur von zwei Seiten.“

△  Gruppenbild mit Dirndl im Festzelt. ◁  Gehören zum Fest: Die Stieflzicha sorgten für Stimmung ▷  Arslan und Gülsem aus Remscheid im Trachtenlook. Foto: Moll, Jürgen (jumo)
Oktoberfest 2018 in Lennep vom Verkehrs- und Förderverein Stieflziacha Showband, die echt bayrische Bierzeltgaudi. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Trotz dieses zusätzlichen Aufwandes zeigte sich der Vereinschef nach zwei ausverkauften Abenden (am Freitag mit 1000 Besuchern, Samstag mit 2500) mehr als zufrieden: „Wir haben von allen Seiten nur positive Rückmeldungen bekommen und die Zusammenarbeit mit dem Oberbürgermeister und der Verwaltung hat wunderbar funktioniert.“ Kreutzer: „Ich weiß nicht, ob es das größte Oktoberfest im Bergischen ist, aber mit Sicherheit ist es das Schönste.“

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