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Remscheid: OB weist Kritik an Corona-Strategie zurück

Corona-Krise in Remscheid : OB weist Kritik an Corona-Strategie zurück

CDU-Chef Jens Nettekoven spricht von einer „Krise mit Ansage“. Der 7-Tage-Wert sinkt indes auf 65,8. 584 Menschen sind momentan in Corona-Quarantäne.

Hat die Stadtverwaltung durch Fehler oder Versäumnisse in ihrer Corona-Strategie dazu beigetragen, dass Remscheid vom Robert Koch-Institut zum Risikogebiet erklärt wurde? Mit einer ganzen Reihe von Fragen meldet der CDU-Kreisvorsitzende und Remscheider Landtagsabgeordnete Jens Nettekoven in einer Pressemitteilung Zweifel an der Arbeit der Stadtspitze an, spricht von einer „Krise mit Ansage“.

Nettekovens These: Die jetzige Situation sei „in gewisser Weise vorhersehbar“ gewesen. So müsse die Stadt sich kritisch fragen lassen, „ob die mehrsprachigen Informationen für Reiserückkehrer nicht schon besser gestartet worden wären, als die Zahl der Neuinfektionen noch nicht so hoch war“. Die Arbeit des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) betreffend stellt Nettekoven die Frage, ob im Sommer genügend Kontrollen stattgefunden hätten. Die Stadt, so endet der Text von Nettekoven, „müsse dafür Sorge tragen, dass die Situation nicht weiter außer Kontrolle gerät“. Schwerwiegende Vorwürfe, die der frisch im Amt bestätigte Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz (SPD) nicht lange unkommentiert ließ. Wenige Minuten nach dem Erhalt der Pressemitteilung meldete er sich in unserer Redaktion.

„Unverschämt“ und sachlich falsch nennt der OB die in Fragen gehüllten Vorwürfe Nettekovens. Die Stadt habe schon von Beginn der Pandemie an mehrsprachig über die geltenden Schutzverordnungen informiert, um alle Menschen zu erreichen. Auch die Vorwürfe gegen den KOD seien haltlos. Im Sommer seien die Corona-Zahlen sehr niedrig gewesen. Darum sei der Ordnungsdienst, für den die CDU sonst voll des Lobes sei, weniger mit Kontrollen beschäftigt gewesen.

Der Krisenstab passe seine Strategie immer wieder den Entwicklungen an. Seit dem Ansteigen der Infektionszahlen sei der KOD wieder intensiv mit Kontrollen beschäftigt. Der OB erinnerte daran, dass die Stadt nicht im luftleeren Raum agiere, sondern in enger Abstimmung mit Land und Bund arbeite. Nettekovens Äußerungen seien auch mit Blick auf die vielen Mitarbeiter im Gesundheitsamt unverantwortlich, die aktuell „sieben Tage in der Woche“ im Einsatz seien, um die Infektionsketten bei einer aktuell dreistelligen Zahl von Infizierten nachzuvollziehen.

Derweil vermeldet die Stadt einen Rückgang des 7-Tage-Inzidenz-Wertes von 72,1 auf 65,8. Die kritische Grenze liegt bei 50. Die Zahl der positiv getesteten Menschen liegt unverändert bei 508, während die Zahl der Verdachtsfälle, die unter Quarantäne stehen, von 554 auf 584 anstieg. Die laufenden Corona-Tests an Schulen und Kitas brachten den positiven Fall einer Person, die Kontakt zur Klasse 1a der Walther-Hartmann-Grundschule sowie zu zwei OGS-Gruppen hatte. Alle Kinder dieser Klasse und der beiden Gruppen sowie betroffene Lehrer, OGS-Mitarbeiter, eine Schulsozialpädagogin und eine Schulsozialarbeiterin gehen bis zum 9. Oktober in Quarantäne. Dann beginnen die Schulferien. Allesamt negativ verliefen die Tests für Kinder und Personal der Kita St. Marien.