Schule in Remscheid Nikolaus auf vier Hufen erfreut Gesamtschüler

Innenstadt · Eine ganz besondere Überraschung zum Nikolaus gab es jetzt für die Fünft- und Sechstklässler der Albert-Einstein-Gesamtschule in Remscheid.

Nikolaus-Pony Lotti und Ursula Weishaupt haben die Kinder am Nikolaustag überrascht. Lya und Louis finden das super.

Nikolaus-Pony Lotti und Ursula Weishaupt haben die Kinder am Nikolaustag überrascht. Lya und Louis finden das super.

Foto: Daniele Funke

Lya findet Pferde einfach super. Louis sowieso. Geritten sei er zwar noch nie, erklärt der Zehnjährige, aber das „macht bestimmt richtig viel Spaß“. Kein Wunder also, dass die beiden Fünftklässler ziemlich große Augen machen, als sie gemeinsam mit den anderen rund 300 Kindern auf ihren Schulhof kommen und dort Lotti steht, ein Shetland-Pony im Nikolauskostüm.

Und man muss zugeben: Das Outfit steht ihr gut. Die rot-weiße Satteldecke und die Bandagen an den Fesseln, der rote Strick und die Ohrenkappe und die kleinen roten Schleifen in der wallenden Mähne, das alles harmoniert hervorragend mit dem schwarzen dichten Winterfell. Und die Nikolausin auf zwei Beinen, Ursula Weishaupt, zeigt sich mit rotem Pullover und Nikolausmütze passend im Partnerlook.

„Das ist so süß“, schwärmt eine Schülerin und ihre Augen strahlen glücklich. Sie hat mit ihrer Klasse das Weihnachtslied „In der Weihnachtsbäckerei“ einstudiert, begleitet von Musiklehrer Sven Bernick an der Akustikgitarre. Lotti hört aufmerksam zu, die großen Ohren wackeln hin und her. Aber sie ist auch ein wenig aufgeregt. „So viele Kinder kennt sie zwar, aber das Kostüm ist Neuland für sie“, erklärt Ursula Weishaupt und passt überhaupt ziemlich gut auf, dass das kleine Pony nicht überfordert wird. Aber auch die Klassenlehrer achten darauf, dass ihre Schüler nicht zu laut und stürmisch sind. Klassenweise dürfen sie näher an Lotti herantreten.

„Ich mag keine Pferde“, sagt ein Mädchen und guckt ängstlich weg. „Die sind böse und beißen.“ Ihre Freundin ist entsetzt. „Quatsch, die sind ganz lieb, die tun doch gar nix.“ Ein Junge versucht, das Pony mit Fratzen zu „provozieren“, ein Verhalten, das sein Lehrer nicht durchgehen lässt und ihm klar macht: So geht das nicht.

„Lotti und Ursula kommen vom Therapiewerk Wermelskirchen, wir kennen uns dadurch, dass es bei uns seit diesem Jahr eine tiergestützte Arbeitsgruppe (AG) gibt, zu der Ursula Weishaupt und ihre Kollegin immer zwei andere Ponys mitbringen“, erklärt die stellvertretende Schulleiterin der Albert-Einstein-Gesamtschule, Claudia Schick. Diese AG sei wichtig für viele Kinder, die noch nie Kontakt zu Tieren gehabt hätten und / oder Probleme mit dem Gleichgewicht, der Körperwahrnehmung und der Motorik erkennen ließen. „Die AG ist bewusst klein gehalten und sehr beliebt und wir sind unendlich dankbar, dass wir diese vor allem durch eine größere Spende der Lux-Stiftung anbieten können. Wir hoffen so sehr, dass wir auch weiterhin Spender finden, denn diese AG schenkt vielen Kindern das so dringend benötigte Selbstvertrauen“, fasst Claudia Schick zusammen.

Nach gut einer Stunde haben alle Fünft- und Sechstklässler das Nikolauspony einmal begrüßt, das natürlich nicht ohne Geschenke gekommen ist. „Wir haben ganz leckere Schokolade bekommen“, freuen sich Louis und Lya, und winken dem Pony noch einmal zu, bevor Lotti im Pferdeanhänger verschwindet. Für die Schüler geht es jetzt zurück in ihre Klassen, langsam kehrt auf dem Schulhof Ruhe ein.

„Das hat doch gut geklappt“, resümiert Claudia Schick erleichtert. „Es war gut, dass die Lehrer ihre Kinder darauf vorbereitet haben, zusammenzubleiben und sich halbwegs ruhig zu verhalten.“ Claudia und Yasmin Todzey, die beiden guten Seelen vom Schulkiosk, räumen die übrig gebliebene Schokolade zusammen. „Um ehrlich zu sein, waren es diese beiden, die die Schokolade gespendet haben“, verrät Claudia Schick leise, „und nicht das Nikolauspony.“

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort