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Remscheid: Neues Angebot für Fahrradfahrer

Garagen in Lennep : Neues Angebot für Fahrradfahrer

Hermann und Philipp Utzat vermieten nahe des Lenneper Bahnhofs und in der Altstadt insgesamt 24 Stellplätze für Fahrräder – und zwar sicher, bequem und trocken in abschließbaren Garagen.

Für Radfahrer gibt es ein neues Angebot in Lennep: Philipp Utzat vermietet nämlich zusammen mit seinem Vater Hermann nahe des Bahnhofs und in der Altstadt Stellplätze für Fahrräder. In abschließbaren Garagen haben die beiden Fahrradständer auf dem Boden und spezielle Aufhängevorrichtungen an den Wänden angebracht. „Das ist sicher, bequem und trocken“, sagt Hermann Utzat. „Und auch noch direkt an der Trasse“, ergänzt Sohn Philipp.

Richten soll sich dieser Service gleich an mehrere mögliche Zielgruppen, berichtet Hermann Utzat: „Im Blick hatte ich definitiv Pendler.“ Und zwar sowohl solche, die mit dem Rad zum Bahnhof und von dort mit dem Zug zur Arbeit fahren, als auch die, die mit dem Zug in Lennep ankommen und dann dort zu ihrem Arbeitsplatz radeln.

Aber auch für Hobby-Radfahrer seien die Stellplätze geeignet, sagt Utzat. Zum Beispiel wenn man weiter entfernt vom Radweg Balkantrasse wohnt und keine Möglichkeit hat, das eigene Fahrrad dorthin zu transportieren. So kann man mit dem Bus oder einem kleinen Auto zum Lenneper Bahnhof fahren – und von dort aus losradeln.

Doch selbst wer sein Rad „nur“ gut verwahrt wissen will, sei willkommen, betont der 63-Jährige: „Ein Fahrrad muss leicht verfügbar sein“, sagt er: „Wenn man es erst aus dem Keller holen und die Treppe hochtragen muss, ist die Anfangsmotivation dahin.“

Hermann Utzat, im Hauptberuf Psychotherapeut mit eigener Praxis, weiß wovon er redet. „Ich bin ein Freund des Fahrradfahrens“, sagt er über sich selbst. Jeden Tag nehme er das Zweirad für den Weg zur Arbeit, hinzu kämen regelmäßige Rennradtouren auf Mallorca. „Ich würde mich freuen, wenn mehr Menschen für kurze Strecken das Rad nehmen würden“, sagt er. Deswegen seien die Stellplätze zwar eine Geschäftsidee: „Uns geht es aber auch um die Sache.“

Unterstützung finden die beiden dabei im neuen Lenneper Bezirksbürgermeister Rolf Haumann (Grüne), der sich „ziemlich begeistert“ von der Idee zeigt. Auch weil sie zu seinem Konzept einer autofreien Innenstadt passt. „Ich bin wirklich froh, dass es solche private Initiativen gibt.“

Während sich die Stellplätze in der Altstadt in einer Garage an der Wetterauer Straße befinden, nutzen Philipp und Hermann Utzat am Bahnhof den Innenhof des Gebäudekomplexes, in dem früher die Gaststätte „Harmony“ untergebracht war. Vor zehn Jahren haben sie die Immobilie erworben, berichten sie. Seither bauen sie sie Stück für Stück um und suchen für die einzelnen Abschnitte Nutzungsmöglichkeiten. Einen Teil bewohnt zum Beispiel Philipp Utzat mit seiner Familie. In einem anderen Gebäudeteil sei eine Bogenschießanlage denkbar. Und zwei der vier Garagen auf dem Innenhof, in denen bisher Autos untergebracht waren, stehen nun für Drahtesel zur Verfügung. 24 Stellplätze gibt es derzeit in zwei Garagen. Das sei aber schnell auf etwa 40 Plätze erweiterbar, sagt Philipp Utzat. „Und wenn der Wunsch nach einer Ladestation für E-Bikes klar formuliert wird, ist auch das schnell umsetzbar.“

In den Garagen gibt es Radständer auf dem Boden, vor allem für schwere Räder wie zum Beispiel Pedelecs. Leichtere Fahrräder können auch an die Wände gehängt werden. Das schone nicht zuletzt die Reifen, sagt Hermann Utzat. Alle Mieter erhalten einen Schlüssel zur Garage, drinnen können die Fahrräder zusätzlich noch an die Ständer angeschlossen werden. Dass es eine Nachfrage nach solchen Stellplätzen gibt, davon gehen Vater und Sohn aus. Und die bisherige Entwicklung scheint ihnen recht zu geben. Bevor die beiden ihr neues Angebot publik gemacht haben, waren die ersten beiden Plätze schon vermietet.