Remscheid: Neuer Polizeichef will gestalten

Sicherheit : Neuer Polizeichef will gestalten

Der gebürtige Hamburger Thomas Book (49) übernimmt die Polizeiinspektion Remscheid. Sein Ziel: Die Stadt soll auch weiterhin zu den sichersten in NRW gehören. Sein Vorgänger Jochen Borst ist nach Köln gewechselt.

Erneuter Wachwechsel an der Spitze der Remscheider Polizei: Thomas Book (49) übernimmt die Polizeiinspektion von Jochen Borst (34), den es weiter nach Köln gezogen hat. Dort arbeitet er seit Anfang Oktober im Bereich Kriminalität, sagte Irmgard Baumhus, die Leiterin der Direktion Gefahrenabwehr im Polizeipräsidium Wuppertal. Borst war drei Jahre in Remscheid und hatte damit die von ihm erwartete „Mindestverwendungsdauer“ auf dieser Position erfüllt.

Der gebürtige Hamburger Book ist deutlich länger bei der Polizei als Borst, hat sich nach zuletzt fünf Jahren bei Spezialeinheiten in Düsseldorf ganz gezielt um den Job in Remscheid bemüht. „Ich wollte wieder zur Wachpolizei“, sagte Book am Montag bei der Vorstellung vor Journalisten in der Hauptwache am Quimper-Platz.

Die Leitung einer Polizeiinspektion sei ein begehrter Job, daher sei er froh, dass man ihn ausgewählt habe. Ihn reizt vor allem die Verantwortung für eine Mannschaft und die Möglichkeit, in Zusammenarbeit mit Politik und Stadtverwaltung ganz konkret gestalten zu können. Dass sich die Fahrzeit zwischen seiner Wohnung im Bergischen Land und der Arbeitsstelle auf gut 30 Minuten verkürzt, sei praktisch, aber gleichwohl nur ein nachrangiges Argument für den Wechsel gewesen. Die Aufgabe habe ihn einfach gereizt. Remscheid habe als kleine Großstadt zudem den Vorteil, dass die Größe der Inspektion genau eine Stadt abdecke.

Die vorhandene Kooperation mit dem Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) der Stadt, deren bisherige Erfolge Irmgard Baumhus ausdrücklich lobte, will er fortsetzen, die Vernetzung weiterführen. „Stagnation ist nicht mein Ziel“, sagte Book, der seine Polizei-Laufbahn als Schutzmann in West-Berlin noch zu Mauerzeiten begann. 2007 wechselte er dann in den höheren Dienst nach NRW, leitete unter anderem eine Polizeiinspektion in Bonn.

Die sehr guten Zahlen zur Kriminalität in Remscheid, das weiterhin laut Polizei-Statistik zu den sichersten Großstädten in NRW gehört, hätten ihn „selber erstaunt“, sagte Book, der einräumte, bisher noch nicht viel über Remscheid zu wissen. Sie auf diesem Niveau zu halten oder noch zu verbessern, sei das Ziel. Ihm sei klar, dass Fälle von Gewalt und Kriminalität umso mehr auffallen, wenn sie wie in Remscheid nicht den Regelfall darstellen. Dass die Bürger bei solchen Vorfällen besorgt reagierten, sei völlig nachvollziehbar. Der Verweis auf die Statistik sei dann keine brauchbare Antwort, „das müssen wir ernst nehmen“. Diese Sensibilität der Bürger sei vielmehr ein Zeichen, dass es einen funktionierenden gesellschaftlichen Konsens über die Regeln des Zusammenlebens gebe. Das sei sehr wichtig auch für die Arbeit der Polizei. Als junger Polizist in Berlin-Kreuzberg habe er erlebt, dass die regelmäßige Konfrontation mit Kriminalität oder Gewalt auch zur Abstumpfung führen kann, weil der Bürger es irgendwann für den Normalfall hält.

Irmgard Baumhus berichtete, dass die Fallzahlen im Bereich Kriminalität in Remscheid weiter rückläufig seien. Jochen Borst hinterlasse seinem Nachfolger eine gut aufgestellte Inspektion. Dass eine freie Leitungsstelle wie in Remscheid unmittelbar wieder besetzt werde, sei nicht die Regel.

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