Remscheid: Neuer Impuls an der unteren Alleestraße

Stadtentwicklung Remscheid : Neuer Impuls für die Innenstadt

Mit dem Restaurant „Meine Kleine“ hat die Kleinkunstbühne „Schatzkiste“ nun auch ein gastronomisches Angebot. OB Mast-Weisz hofft, dass es weitere Investoren wie Dr. Volker Schatz für die Innenstadt geben wird.

Wer an der unteren Alleestraße in eine Immobilie investiert, der braucht Mut. Dr. Volker Schatz stellte seine Pläne dem Stadtentwickler Neufeld und einem Analysten vor. Die Idee, ein modernes Restaurant in unmittelbarer Verbindung mit der Kabarettbühne „Schatzkiste“ zu eröffnen, haben die beiden Fachleute mit großem Stirnrunzeln kommentiert. Der Raum, eine verwinkelte und verrauchte bergischen Stube, sei „unzulänglich“, der Standort „ungeeignet“. Doch die beiden K.O.-Kriterien hielten Schatz und seine Frau Martina nicht ab, ihre Pläne zu verwirklichen. „Wir wollten ein Restaurant bauen, das sich mit Restaurants in Hamburg, Berlin und Düsseldorf messen kann. Wir wollten keine neue Schänke“, sagte Schatz gestern bei der Eröffnung.

Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz nannte das neue Lokal ein „tolles Angebot für die Stadt“. Er lobte das Engagement des Investors und hofft dringlich auf Nachahmer. Ein Wunsch, den der Oberbürgermeister gebetsmühlenartig wiederholt. Es brauche Leute, die beginnen, die etwas wagen, dann kämen die anderen nach. Er kenne viele, die in Lauerstellung verharren. Ein paar zarte Impulse für eine Belebung der unteren Alleestraße hat es in der Vergangenheit schon gegeben. Das Kino existiert bald ein Jahr, die alte Bismarkstraße entwickelt sich mit ihrer Gastronomie zu einem kleinen Szeneviertel, das Seniorenbüro am Markt 13 soll auch für mehr Publikum sorgen – doch ein paar hundert Meter weiter scheint, von der „Schatzkiste“ mit Restaurant abgesehen, von der Energie zur Erneuerung nichts anzukommen.

Die Stadt will Teile von ihr als Sanierungsgebiet ausweisen, um Investitionsbereitschaft zu fördern und zu fordern. Bisher blieb es nur bei Ankündigungen. Bestes Beispiel dafür sind die Pläne des Immobilienbesitzers Leo Schönhals. Vor einiger Zeit hieß es, er wolle am Markt eine Art zweites Allee-Center bauen. Später stellte er Pläne für den Bau von Eigentumswohnungen auf dem Gebäude von Woolworth vor. Die Eröffnung eine Spielparadieses stößt auf Probleme. Ergebnis: Außer Volker Schatz hat niemand seine Ankündigungen wahr gemacht.

Die Innenarchitektin Silvia Quintintiliani aus Wuppertal gibt dem Restaurant „Meine Kleine“ ein urbanes Flair. Zur Straße hin streckt sich eine breite Fensterfront. Ein vom Lichtdesigner Dinnebier mit begleitetes Beleuchtungskonzept taucht den Speiseraum in warmes helles Licht, das sich an den spiegelnden Wänden ins Unendliche bricht. Der Raum, in dem bis zu 80 Personen Platz haben, präsentiert sich wie eine Einladung zu einem schönen Abendessen.

Christian Jablonski vom „Grund“ übernimmt die Bewirtung. Zunächst hat das Restaurant zwei Mal im Monat geöffnet. Immer dann, wenn in der Schatzkiste eine Kabarettvorstellung stattfindet. „Ein solches Theater kann man nicht wirtschaftlich führen. Ich zahle immer drauf“, sagt Schatz. Der Bau des Restaurants wird sich auf Jahre nicht amortisieren. Doch Schatz will dazu beitragen, dass die Innenstadt nicht zu Grunde geht und weiter nur Dönerbuden das Flair bestimmen.

Christian Jablonski will zunächst mal abwarten, wie sich alles entwickelt. Sein Restauarnt „Der Grund“ befindet sich am Rande der Stadt und lebt vom guten Ruf und der Stammkundschaft. Mit der Entwicklung von schwierigen Lagen kennt sich Jablonski aus. Insofern gibt er sich sehr entspannt.

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