Remscheid: Neue Möglichkeiten zur Expansion

Wirtschaft in Remscheid : Neue Möglichkeiten zur Expansion

Der Lebensmittelhersteller Steinhaus hat jetzt am Tenter Weg in Lennep seinen Neubau eingeweiht.

Die Zukunft der Steinhaus GmbH liegt in Asien. Wem bei diesem Satz die frische Pasta im Halse stecken geblieben ist, darf beruhigt sein: Der 1841 gegründete Familienbetrieb hält Remscheid die Treue. Mehr noch: Am Freitag weihte der Hersteller von Fleisch- und Nudelprodukten sowie anderen Teigwaren am Unternehmenssitz am Tenter Weg in Lennep seinen Neubau ein.

„Der Anbau war zwingend notwendig. Wir sind kapazitätstechnisch an unsere Grenzen gestoßen. Jetzt bieten sich uns wieder neue Möglichkeiten zur Expansion“, erklärt Anja Steinhaus-Nafe, die das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Mann Götz Nafe in fünfter Generation führt. Der neue Bereich entflechte die Produktion, in der es zuletzt eng geworden sei. Zudem wird hier das Tor zu neuen Marktbereichen aufgestoßen: Neben italienischen Nudelprodukten werden japanische Teigtaschen hergestellt. Die Gyozas sind so etwas wie die asiatische Variante der Tortelloni. Gefüllt sind die Taschen aus Weizenmehl nach original japanischen Rezepturen wahlweise mit Gemüse, Gemüse und Schweinefleisch oder mit Hähnchenfleisch. „Die asiatische Küche liegt voll im Trend“, erläutert Anja Steinhaus-Nafe, wieso das Unternehmen seine Fühler seit Herbst 2018 zumindest sortimentstechnisch nach Asien ausstreckt.

Ansonsten setzt die Steinhaus GmbH aber ganz aufs Bergische. Das gilt auch für den Neubau. Als wären die Investition von über 17 Millionen Euro und die Schaffung von 30 zusätzlichen Arbeitsplätzen – insgesamt sind heute rund 600 Menschen bei Steinhaus beschäftigt – nicht genug Bekenntnis zu Remscheid, legte der Familienbetrieb auch beim Bauprojekt Wert auf Regionalität. „Die allermeisten Firmen, die am Bau beteiligt gewesen sind, stammen aus dem bergischen Großraum“, betont Götz Nafe.

Nicht einmal ein Jahr dauerte es, bis der Anbau fertiggestellt war. Das Tempo, das Steinhaus und die beteiligten Unternehmen beim Projekt vorlegten, beeindruckte selbst chinesische Geschäftspartner, erzählt Götz Nafe. Im Juni 2018 habe er einem von ihnen von den Plänen erzählt und ihm die Fläche gezeigt, auf dem der Neubau heute steht. „Das war damals noch ein Parkplatz“, erinnert sich der Chef. Als er zwei Monate später bei demselben Geschäftspartner die Spezialmaschinen für die Produktion der Asien-Produkte für Juni 2019 bestellte, habe der ihm nicht geglaubt, dass bis dahin die Halle steht. „In China ist vieles möglich. Aber so etwas wie hier in Rekordzeit entstanden ist, das ist auch dort fast ein Ding der Unmöglichkeit“, sagt Nafe.

Möglich gewesen sei der schnelle Bau auch deshalb, weil die Stadt bei der Baugenehmigung aufs Tempo drückte. „Die haben wir binnen zwei Monaten erhalten“, dankt Nafe den Behörden für die schnelle Bearbeitung. OB Burkhard Mast-Weisz hört das gern. „Die Verwaltung hat ja manchmal den Ruf, Spaßbremse zu sein. Aber eigentlich wollen wir Dinge ermöglichen“, sagt der OB. Mast-Weisz versichert mit Blick auf die Diskussion um neue Gewerbeflächen, alles zu versuchen, um den Remscheider Unternehmen Platz für Expansion zu schaffen: „Es sind schon viel zu viele abgewandert. Da will ich einen Riegel vorschieben.“

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