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Remscheid: Neue Fahrbahn für die Innenstadt

Bauarbeiten in Remscheid vor dem Abschluss : Neue Fahrbahndecke in der Innenstadt

Die Technischen Betriebe Remscheid beenden zum Ende der Woche die Baustelle Salemstraße und Peterstraße. Neuer Asphalt wurde auf einer Fläche von 5800 Quadratmetern aufgebracht. 150.000 Euro gibt die Stadt dafür aus.

Katja Mirbach wohnt an der Peterstraße. Seit über zwei Wochen hat sie die Bauarbeiter der Firma Eurovia vor der Haustüre. Sie haben die marode Fahrbahndecke entfernt, Bordsteinkanten erneuert und dafür gesorgt, dass bis heute Abend der neue Belag aufgetragen werden kann.

Für Mirbach und die zahlreichen Anwohner in diesem zentralen Innenstadtbereich bedeuten die Bauarbeiten lästige Einschränkungen der alltäglichen Routine. „Das Parken war in den vergangenen Tagen immer recht schwierig“, sagt sie. Wer über keine Garage verfügt, der musste am besten vor sieben Uhr das Feld geräumt haben.

Spätestens ab neun Uhr kommt das Ordnungsamt. Ist der Fahrzeughalter nicht schnell zu ermitteln, wird das Auto per Abschleppwagen an einen Ort versetzt, wo es die Arbeiten nicht stört. „Das kommt immer wieder mal vor“, sagt Peter Hartmann. Als Baustellenleiter der Technischen Betriebe Remscheid (TBR) kontrolliert und koordiniert er das Geschehen. Dabei setzt er auf rechtzeitge und ausführliche Kommunikation mit den Anwohnern.

Die Bewohner der Peterstraße kennen Peter Hartmann bereits. Mehrmals kommen Passanten auf ihn zu, um nach dem weiteren Verlauf zu fragen. Was ist mit der Müllabfuhr? Kann ich Sperrmüll raustellen? Mütter, die ihre kranken Kinder zum Kinderarzt fahren müssen, werden vorsichtig durch die Baustelle geleitet. Vor der Seniorenwohnanlage müssen Taxis halten und Pflegedienstautos. Die TBR-Mitarbeiter zeigen sich bemüht, alles zu versuchen, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.

Heute Abend soll der Rest der neuen Fahrbahndecke aufgetragen sein. Das technische Glanzstück ist einem sogenannten Spray-Jet-Fertiger zu verdanken. Die neue Technik bietet den Vorteil, dass das Auftragen des Klebers und das Aufbringen des Asphalts in einem Arbeitsschritt passiert. Hartmann weiß aus langjähriger Erfahrung, dass es in dieser heißen Phase immer wieder zu Problemen mit Passanten kommt. Sie huschen noch mal schnell über die Straße. Manche auch mit Hund. Doch Asphaltkleber tue weder Hundepfoten noch Damenschuhen gut. Das Schuhwerk kann man danach im Grunde wegschmeißen, die Hundepfoten müssen aufwendig und sorgfältig gereinigt werden, um Folgeschäden zu vermeiden.

Eine Fläche von 5800 Quadratmeter bekommt einen neuen Belag. Keine Standardware, wie Gunter Breidbach, Abteilungsleiter Straßenbau bei der TBR, versichert. Aufgetragen wird ein Viscose-Asphalt, geräuscharm und länger haltbar. 150.000 Euro kostet die Maßnahme. Die Liste der TBR mit Straßen, die dringend erneuert werden müssten, ist lang. Die Folgen einer Politik im Nothaushalt ist an den unzähligen Schlaglöchern zu sehen. Nur wo es aus verkehrssicherheitstechnischen Gründen nicht anders ging, kamen die Bauarbeiter. Breidbach muss bei der Planung viele Kriterien berücksichtigen. Der Plan zur Reparatur von Straßenschäden gleicht einem Puzzle. Die Abschnitte fürs nächste Jahr steht bereits in groben Zügen fest.

Bauleiter Hartmann nennt den Walzenfahrer den wichtigsten Mann beim Asphaltieren. Er fährt mit „Popogefühl“. Wo arbeitet er mit Vibration, wo nur mit dem Gewicht der Walzen. Es gibt kein Vor und Zurück. Die erste Walzung muss sitzen, sonst bilden sich Dellen. Vier statt 24 Stunden dauert es, bis der neue Asphalt trocken ist.

Katja Mirbach kann heute Abend die neue Fahrbahn gefahrlos benutzen. Endlich.