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Remscheid: Neue Bibliothek soll die Alleestraße beleben

Stadtentwicklung Remscheid : Neue Bibliothek soll die Alleestraße beleben

Der Kulturausschussvorsitzende Karl-Heinz Humpert  will mit kulturellen Treffpunkten die Stadtentwicklung im Zentrum fördern.

Die Zentralbibliothek auf die untere Alleestraße zu verlegen, dort, wo seit Jahren das Sinn&Leffers-Gebäude vor sich hingammelt, das hält Karl-Heinz Humpert, Vorsitzender des Kulturausschusses, für eine zukunftsweisende Idee. Dort sollte nach seinen Vorstellungen eine moderne Bücherei entstehen, die mit der heutigen Funktion nur noch wenig gemein habe. „Die Bibliothek der Zukunft ist ein Ort der Begegnung, der Kommunikation“, sagte Humpert gestern in einem Pressegespräch. Kein anderes Kulturinstitut in der Stadt werde in den nächsten Jahren so deutlich von der Digitalisierung verändert werden wie die Bücherei. Beispiele in Holland und Skandinavien zeigten, wohin die Reise gehen könnte. In der Bibliothek des 21. Jahrhundert geht es nicht vorrangig darum, ein Buch auszuleihen oder zurückzubringen. Sie ist ein Ort mit Veranstaltungen und Ausstellungen, ein Ort, mit einem Café, ein Ort mit PC-Arbeitsplätzen und Räumen, in denen man lernen, lesen und reden könne. Und ein Ort zum Entspannen ohne jeden Bildungsanspruch. Humpert vergleicht die Bibliothek der Zukunft mit einem Park. Dort treffen sich alle Generationen mit unterschiedlichen Interessen und Absichten. „Die Bibliothek ist wie ein überdachter Park.“

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 Diese Ideen ließen sich auch in dem bisherigen Gebäude an der Scharffstraße verwirklichen. Aber eine Zentralbücherei auf der unteren Alleestraße würde zu einer maßgeblichen Belebung dieses von Leerständen geprägten Areals führen. „Die Unterbringung der Berufsschule ist aus Platz- und Kostengründen dort gescheitert. Ich halte es für lohnenswert, diese Ideen zur Belebung zu verfolgen“, sagte Humpert. Der Kulturausschussvorsitzende möchte die Stadtentwicklung über Begegnungszentren mit kulturellem Hintergrund beeinflussen. Zehn Millionen Euro stehen zur Verfügung, um der Innenstadt ein neues Profil zu geben. „Für die Bibliothek der Zukunft gibt es sicherlich weitere Fördermöglichkeiten“, sagte Humpert.

Zu den strategischen Überlegungen gehört auch die weitere Entwicklung von Markt 13. Nach den Vorstellungen Humperts soll dort ebenfalls ein kultureller Treffpunkt entstehen. Die Stadt sei in der Pflicht, dort endlich ein Konzept für die Räume vorzulegen.

Die Räume am Eingangstor zur Alten Bismarkstraße werden in mehrfacher Hinsicht genutzt. Dort ist das Seniorenbüro untergebracht, dort arbeiten die Mitarbeiter des Projektes „Mosaik“, die den Zusammenhalt der Bürger untersuchen, und Stadtentwickler, die sich über die Zukunft der Innenstadt Gedanken machen. Dort sollte auch eine Art Galerie entstehen. Doch nach einer Ausstellung mit Werken von Gerd Arntz ist nichts mehr passiert. Es fehlt an Geld, es fehlt an Personal, es fehlt an einem Konzept. Humpert betonte, es sei wichtig, dass sich an diesem historischen Standort etwas tue.

Nach der Schließung der städtischen Galerie an der Scharffstraße gibt es für Bildende Kunst keinen öffentlichen Raum mehr im Stadtzentrum. Humpert schwebt eine einvernehmliche Lösung mit dem Seniorenbüro vor. Wenn demnächst die Förderung der Projekte auslaufe, sollte die Stadt einen Plan haben. „Es ist wichtig, mit einer kulturellen Einrichtung nahe bei der jungen Szene zu sein, die sich dort nach und nach entwickelt hat“, sagte der Vorsitzende des Kulturausschusses.